« Zurück

Meditativer Impuls Juni 2017

Wunderwind – Lebenshauch
Gedanken zum Pfingstmonat

Bilder: Georg Deisenrieder

Auf der Heimfahrt von den Schweigeexerzitien auf der Fraueninsel zum Thema „Stille atmen" betrachteten noch einige Kursteilnehmer die alte Kirche St. Jakobus in Urschalling. In der Spitze des Gewölbezwickels konnten wir das Dreifaltigkeitsfresko aus dem 14. Jahrhundert entdecken. Es fällt auf, dass die drei Personen Vater, Sohn und Hl. Geist zusammen nur zwei Arme haben und die drei Heiligenscheine fließend ineinander übergehen. Dreifaltigkeit als Dreieinigkeit. Doch, was am meisten berührt, ist die dritte Person zwischen Vater und Sohn. In ihr kann man eine junge Gestalt mit weiblichen Zügen erkennen. In ihr finden wir bildhaft die weibliche Seite Gottes. In der hebräischen Sprache des Alten Testamentes ist der Geist Gottes ein Femininum. „Ruach".

Im christlichen Zentrum dieses Monats steht Pfingsten.
Dies gibt Anlass, über das Wesen von Spiritus, dem heiligen Geist und der Ruach zu sinnieren:

 

Pfingstlicher Segen

Mögest Du wortlos
Wunderwind und Lebenshauch einatmen,
frische Luft für Herz, Verstand und Sinne.

Ruach möge in Dich einströmen,
Gottes Kraft und Stärke,

und immer wieder spüren lassen,
dass sie mit ihrer Vitalität
Deinem Leben zuvorkommt.

Mögen beim Ausatmen
Mund und Leib sprechen
vom Geschenk des Lebens
in Dir und um Dich herum.

Die Geistin schenke Dir
nicht nur langen Atem,
sondern ewigen Odem,
der Dir ein Sein gibt
wie ein unendlich großer
Dank.

Geord Deisenrieder
Pastoralreferent

 

Für KJF-Teams zum Weitersinnen:

  • Welche Bilder, Worte, Konnotationen für den Hl. Geist sprechen mich persönlich am meisten an? z.B. Wind, Hauch, Zungen wie von Feuer, Atem, Sturm, Flamme, Kraft, Stärke, Vitalität,…? (vgl. auch Apg 2,1-13)
  • Die Jünger waren am Pfingsttag „alle an einem Ort beisammen" und bildeten eine Interessens- und Glaubensgemeinde. (Apg 2,1). Ohne Teamgeist können wir auch in der KJF nichts bewegen. Wo finde ich Gottes Geistwirken in unserem Team wieder?
  • „Der Wind weht, wo er will." (Joh 3,8). Gibt es ein Erlebnis, bei dem ich spürte, dass Gottes Geist überraschend in die Arbeitswelt einbrach und etwas zum Guten wendete?
  • Die uralte Pfingstsequenz (um 1200) ist in unserem KJF-Liederbuch, S. 86 als moderne Fassung wiedergegeben. Welche Strophe spricht besonders an?