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Meditativer Impuls Januar 2019

Face to Face durchs neue Jahr 2019

Was wäre schon unsere sozial-caritative Arbeit in der KJF ohne diese heilsamen und ermutigenden Face-to-Face-Beziehungen? Kein Telefonat, kein Mailwechsel, auch keine Videokonferenz und kein Skype-Gespräch, erreicht jene Qualität, die Menschen erfahren, wenn sie sich im direkten persönlichen Kontakt begegnen und gegenseitig anschauen können.
Manche Kommunikationstrainer nehmen gerne Bezug zu den drei „A", wenn Gespräche und Beziehungen gelingen sollen: Ansprechen – Anschauen – Atmen.

Das Ansprechen zu Beginn eines Gespräches ist meist verbunden mit einem freundlichen Gruß. Dem Anderen etwas Gutes sagen weckt Offenheit. Und meist geht das Hören dem Sehen voraus.

Das Anschauen ermöglicht Blickkontakte, die weit über das gesprochene Wort hinausgehen können. Indem ich dem anderen mein Gesicht zuwende, zeige ich noch viel mehr von mir: Mit meinem Gesicht gebe ich mich mit meiner ganzen Person zu erkennen. Indem ich den anderen ansehe, schenke ich ihm Ansehen. Im pädagogischen Alltag können wir es jeden Tag erleben, was sich Kinder und Jugendliche alles einfallen lassen, um Aufmerksamkeit zu erhaschen, beachtet und gesehen zu werden.

Das Atmen schafft eine schöpferische Pause. Der Partner bekommt die Zeit, die er braucht, sich auf das Gespräch einzustellen. Er darf spüren: In der Begegnung mit dem Du komme ich zum Ich. Der Andere ergänzt in seiner Zuwendung, was mir selbst noch fehlt. So werde ich heil, ganz und finde inneren Frieden.

Diese drei Grundzüge einer gelingenden Face-to-Face-Beziehung, etwas Gutes sagen und segnen, sein Angesicht zeigen und Ansehen schenken, Heil erfahren in der atmenden Begegnung und ganz werden, finden wir wieder in dem bekannten Segenswunsch, der uns auch durch dieses Jahr 2019 begleiten mag. Alljährlich wird er uns am Neujahrstag in der gottesdienstlichen Lesung (Num 6,24-26) vorgetragen:

Der Herr segne dich und behüte dich.
Der Herr lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig.
Der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Heil.

Georg Deisenrieder