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Meditativer Impuls Dezember 2018

Advent, eine verrückte Zeit!

Da hasten Menschen durch die Straßen von Geschäft zu Geschäft von Weihnachtsmarkt zu Weihnachtsmarkt, von Weihnachtsfeier zu Weihnachtsfeier. Es ist laut - Trubel allerorten.

Advent, die staade Zeit – in der Gegenwart fast schon eine Floskel, weil wir uns dessen gar nicht mehr bewusst werden können. Nehmen Sie sich Zeit, zwischen den beiden Extremen „verrückte Zeit" und „staade Zeit" ein wenig nachdenklich zur Ruhe zu kommen, sich Zeit für sich zu nehmen,  um die ruhigeren Zeiten, des vor uns liegenden Advents für sich selbst einzuplanen und sie nicht zu einer Floskel werden zu lassen.


Advent, Zeit der Erwartung

Denken wir an unsere Kindheit – Warten aufs Christkind – wie lang erschien uns diese Adventzeit. Warten – das können wir fast nicht mehr aushalten – es fällt uns schwer. Warten auf den verspäteten Zug, warten auf eine medizinische Diagnose, warten auf einen Anruf, ein Lebenszeichen, von einem lieben Menschen.

Unsere Erwartungen sind oft hoch, zu hoch. Wir erwarten nur beste Leistungen, beste Qualität, beste Renditen, schnelles Wachstum, alles schnellst möglich. Dabei machen wir uns selbst Stress, setzen uns selbst unter Druck.

Advent - Zeit der Erwartung. Sehen wir Warten einmal positiv: Eine Zeit, um in sich zu gehen, eine Zeit, um bei sich selbst anzukommen. Vielleicht auch, um einmal nur einen Tag auszusteigen aus der Hektik des Alltags.

Die dunkler werdenden Tage des Advents laden ein, ein Licht anzuzünden, auch bei sich selbst.
Für die vor uns liegende Adventzeit wünschen wir Ihnen Lichte Momente im Kerzenlicht, gemütliche Adventsabende, eine Zeit inne zu halten, vielleicht auch bei einem Buch, bei Stollen und Glühwein. Eine Zeit für Begegnungen mit lieben Menschen. Wir wünschen Ihnen Zeit nachzudenken, was wir an Weihnachten wirklich feiern – den Geburtstag Jesu.

Reinhard Mehringer
Gesamtleiter des Pater-Rupert-Mayer-Zentrums

 

Vorweihnachtstrubel:

Grüner Kranz mit roten Kerzen,
Lichterglanz in allen Herzen,
Weihnachtslieder, Plätzchenduft,
Zimt und Sterne in der Luft.

Garten trägt sein Winterkleid.
Wer hat noch für Freunde Zeit?
Leute packen, basteln, laufen,
grübeln, suchen, rennen, kaufen,
kochen, backen, braten, waschen,
rätseln, wispern, flüstern, naschen,
schreiben Briefe, Wünsche, Karten,
was sie auch von dir erwarten.

Doch wozu denn hetzen, eilen,
schöner ist es zu verweilen
und vor allem dran zu denken
sich ein Päckchen „Zeit" zu schenken.

Text und Bild: Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses St. Veit