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Lichtbringer im Lockdown

Exerzitien im Alltag – ein Online-Angebot der Pastoral in der KJF

Mit einem neuen, digitalen Format hat die Pastoral in der KJF über 130 Kolleginnen und Kollegen in der Katholischen Jugendfürsorge und im Caritasverband Regensburg sieben Wochen lang begleitet. „Exerzitien im Alltag – mit Herz und Charisma" – dieser Weg bereicherte und brachte Licht in so manchen dunklen Tag des Lockdowns: „Ein großes Geschenk, das noch lange nachwirkt", meldete eine Teilnehmerin zurück.

Foto: Brigitte Wieder

5 Uhr in der Früh, das Video geht online, abrufbereit für alle, die den Tag schon zeitig beginnen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten um diese Zeit ihre Mail und werden auf den Beitrag eingestimmt. So war es von Aschermittwoch bis Freitag in der Osterwoche und noch heute erhalten die Exerzitienbegleiter dankbare Rückmeldungen. Gemeinsam mit Brigitte Wieder, Leiterin der Fachstelle Pastoral im Sonderpädagogischen Zentrum Abensberg-Offenstetten, und Diakon Thomas Beringer, tätig im Berufsbildungswerk St. Franziskus in Abensberg, hatte Georg Deisenrieder, Pastoralreferent der KJF, das inhaltliche Konzept der Impulse entwickelt. Die Praktikanten Hannah Kick und Johannes Schindlbeck haben die Beiträge bearbeitet und als Videos aufbereitet. Christine Allgeyer, persönliche Referentin des Direktors der KJF Michael Eibl, hat das Projekt tatkräftig unterstützt.

 

Interesse am Glauben wecken

Inmitten der Lockdown-Zeit wollten die Tagesbeiträge Lichtbringer sein und Interesse am Glauben wecken. Ein Gedanke, der dem Verfasser der „Geistlichen Übungen", Ignatius von Loyola, zugeschrieben wird, begleitete die Wochen: „Du hast mehr Möglichkeiten als du ahnst, ganz zu schweigen von den ungeahnten Möglichkeiten Gottes mit dir!" Diese aufzuspüren, den Blick hin auf die Talente und Potentiale, die Gott in jeden einzelnen Menschen hineingelegt hat, zu schärfen, das war die Aufgabe für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Wo sind meine Charismen, die durch das Geistwirken täglich neu hinzufließen? Wer sie finden und beleben konnte, der schöpfte aus stärkenden Ressourcen und Kraftquellen.

Jeder Tagesbeitrag war ein kleines Kunstwerk – zum Bespiel mit einem kreativen Zugang zu einem Bibeltext oder einem Text aus der christlichen Literatur. Als weitere methodische Elemente setzten Georg Deisenrieder, Brigitte Wieder und Thomas Beringer Bildbetrachtungen, Körper- und Wahrnehmungsübungen sowie Lieder und Instrumentals ein. Die Texte aus der Heiligen Schrift griffen in besonderer Weise die Lehre von den Charismen des heiligen Paulus auf.

 

Mit Blick auf das eigene Dasein vor Gott den Weg beginnen

So startete Georg Deisenrieder den Exerzitienweg am Aschermittwoch und gab an den folgenden Tagen der Sehnsucht nach Gott Raum und Zeit. Durch die darauffolgende Woche begleitete Brigitte Wieder mit Impulsen „herzwärts", um bei sich selbst anzukommen und dabei immer mehr zu Gott zu finden. Thomas Beringer lud dann mit „begabt und berufen" ein, auf die eigenen Talente, Fähigkeiten und Begabungen zu schauen und dem Anruf Gottes und seiner eigenen Berufung nachzuspüren. Auf dem weiteren Weg ließ man den Charismen und dem Geistwirken Gottes unter den Menschen Raum. Jede und jeder durfte sich von Gott reich beschenkt und als „unendlich wertvoll" erleben. Jeder Mensch soll seine ihm geschenkten Charismen einbringen, entfalten und „Gemeinschaft erfahren" dürfen. In der Karwoche schließlich schauten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit „schwer zu tragen" auf das Kreuz Jesu und auf Zeiten, in denen auch Menschen schwer zu tragen haben. Mit „verwandelt" gab es in der Osterwoche Impulse, um der österlichen Kraft der Verwandlung zu trauen.

 

Herzensbildung

Der Exerzitienweg war keine Einbahnstraße. Er war Herzensbildung im Sinne von Papst Benedikt XVI. (in „Deus Caritas est"). Das zeigten auch die vielen Rückmeldungen an das Exerzitien-Team per Telefon, Mails und in den persönlichen Gesprächen. „Ich wurde reich beschenkt mit Anregungen zum Abschalten, zur Ruhe kommen, Blick für das Wesentliche, Umdenken, Mut und Hoffnung in einer schwierigen Zeit (…) Ich werde ganz gewiss den einen oder anderen Impuls mit in die Zeit nach Ostern nehmen und versuchen zu lernen mit Herz und Charisma durchs Leben zu gehen." Viele Teilnehmende äußerten den Wunsch, dass die KJF wieder einmal ähnliche Exerzitien im Alltag anbietet. Laut Deisenrieder war es auch für das Exerzitienteam eine Freude, dass „wir bereits in der Vorbereitungszeit unseren persönlichen Neigungen, Talenten und Charismen nachspüren und methodisch abwechslungsreiche Beiträge erstellen durften. Fotos, Filme und Musikbeiträge stammen fast alle von uns".

Text: Georg Deisenrieder, Christine Allgeyer
Foto Brigitte Wieder