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Kunst.Preis für Menschen mit geistiger Behinderung

Es geht um die Magie der Kunst.
Das nimmt dieser Preis ernst.

Kunstpreis für Menschen mit geistiger Behinderung zum zweiten Mal ausgelobt

Es war ein großartiger Erfolg: Bei der ersten Ausschreibung zum Kunst.Preis für Menschen mit geistiger Behinderung 2009 beeindruckten so viele Künstlerinnen und Künstler mit ihren Werken, dass der Jury die Auswahl nicht leicht viel. Begeisterung auch auf der Vernissage: Manches Exponat hätte gleich mehrere Abnehmer gefunden. Der Kunst- und Gewerbeverein Niederbayern-Oberpfalz und die Katholische Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e.V. schreiben den Kunst.Preis deshalb gerne zum zweiten Mal aus. Die Schriftstellerin Eva Demski fühlt sich geehrt, als Patin des Projekts wieder mit dabei zu sein. Einen weiteren Höhepunkt versprechen die KulturFormenHartheim aus Oberösterreich, die mit einer Sonderausstellung den diesjährigen Kunst.Preis bereichern.

Jury des Kunst.Preises mit den Künstlern Christl Primbs und Franz Buchner

Bild v.li.: Michael Eibl, Edmund Klingshirn, Christl Primbs, Alfred Böschl, Franz Buchner, Martin van Bracht, Dr. Rudolf Ebnet, Wilma Rapf-Karikari

„Mit dem ersten Kunst.Preis ist es uns gelungen, eine breite Öffentlichkeit für die künstlerischen Potenziale geistig behinderter Menschen zu sensibilisieren", beschrieb Michael Eibl, Direktor der KJF, den Erfolg des Kunst.Preises 2009. Hierbei sei das Engagement des Kunst- und Gewerbevereins sowie der hochkarätig besetzten Jury vorbildlich und wegweisend und ein schönes Beispiel dafür, dass Kunst immer wieder zu Perspektivenwechsel und Kreativität anrege. „… Und jetzt sind wir natürlich äußerst neugierig, welche Arbeiten dieses Mal eingereicht werden", freute sich Alfred Böschl, 1. Vorsitzender des Kunst- und Gewerbevereins, dessen Wunsch nach einer langfristigen Kooperation und Fortsetzung des Wettbewerbs nun in Erfüllung geht.

„Meine Freude war groß,
dass auch nicht behinderte Menschen unsere Sachen sehen."

2009 hatten 173 Künstlerinnen und Künstler insgesamt 460 Arbeiten eingereicht, darunter Christl Primbs: „Ich habe mit Freude an den Kunstwerken gearbeitet und fand es gut, dass meine Seidenbilder ausgestellt worden sind. Ich freue mich darauf, dass ich wieder mitmachen darf. Ich hoffe, ich habe viel Glück. Ich gebe nicht auf. Meine Freude war groß, dass auch nicht behinderte Menschen unsere Sachen sehen und erkennen, dass wir etwas können." Auch Franz Buchner, dessen Werk „Mohnfeld" im Ausstellungskatalog abgebildet war und verkauft worden ist, bewirbt sich wieder: „Es war vor zwei Jahren das allererste Mal, dass ich an einer Kunstaktion teilgenommen habe. Ich habe einen guten Platz gemacht, das ist eine sehr gute Leistung. Malen ist mein Hobby. Ich freue mich, wenn ich wieder mitmachen kann. Es macht mir soviel Freude, dass alle wissen, wer ich bin."

„Nicht wir tun etwas für die – die tun etwas für uns."
Mit der bekannten Schriftstellerin Eva Demski hat der Kunst.Preis eine seiner größten Bewunderinnen gefunden: „Seit Jahrzehnten beschäftige ich mich immer wieder mit der 'Kunst der Geisteskranken', wie es früher hieß. Die Sammlung Prinzhorn, mein bewunderter Wölfli, das Musée d'Art Brut waren Kunstereignisse, die mich geprägt haben … Wie ähnlich die Ausdrucksformen dieser Künstler denen der sanktionierten Moderne sind! Und doch haben sie eine Unschuld, die den Professionellen fehlt: Der gesellschaftliche und merkantile Auftritt, die Heiligsprechung durch Kritik, die Vernebelung durch Interpretationen, die Vergoldung durch Sammler findet ja nicht statt. Gerade das macht sie mir so wertvoll. Sie brauchen nicht zu blenden und nicht zu behaupten. Sie können das gar nicht." Das Regensburger Projekt, so Eva Demski, habe ihr von Beginn an gefallen, weil es klar mache: „Nicht wir tun etwas für die, mit der Herablassung, die oft in sozialen Projekten steckt – die tun etwas für uns. Sie schenken uns etwas, sie machen uns reicher. Zwischen ihnen und uns geht es nicht um gesellschaftliche Anerkennung und Glamour, sondern nur um die Magie der Kunst. Das nimmt dieser Preis ernst."

Sonderausstellung mit den KulturFormenHartheim
Sich gegenseitig bereichern, neue Kunsträume erschließen, auch das will der Kunst.Preis 2012. Den Veranstaltern ist es gelungen, die KulturFormenHartheim im Rahmen der Kunst.Preis-Ausstellung nach Regensburg zu holen. Die KulturFormenHartheim, initiiert vom Institut Hartheim/Alkoven Oberösterreich, verstehen sich als „eine Drehscheibe für Kunst im Kontext mit Behinderung, die der Entdeckung, Förderung und Reflexion von Kreativität und künstlerischem Ausdruck von Menschen mit geistiger Behinderung dient". Leiter Mag. Thomas Weixlbaumer und sein Team haben die Einladung gerne angenommen, um in einem eigenen Saal mit einer Sonderausstellung am Kunst.Preis teilzunehmen.

Kunst.Preis-Jury:
Alfred Böschl, Vorsitzender des Kunst- und Gewerbevereins Regensburg, Dr. Rudolf Ebnet, KJF-Direktor Michael Eibl, Renate Höning, Wilma Rapf-Karikari, Edmund Klingshirn, Martin van Bracht.

Herzlichen Dank für die Unterstützung.

Ein herzliches Dankeschön für die finanzielle und ideelle Unterstützung geht an:

  • das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen,
  • die Stadt Regensburg,
  • das Integrationsamt Oberpfalz und
  • „Für junge Menschen." Stiftung kirchliche Kinder- und Jugendhilfe.

Interessanter LInk zu diesem Thema in: www.oberpfalznetz.de