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Kompetente Hilfe und Beratung für Eltern von Kindern mit Handicap

Sozialberatung der KJF wird von Familien gut angenommen

Im ersten Jahr ihres Bestehens hat die Sozialberatung der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e.V. rund 140 Familien und ihre Kinder erreicht. 735 Beratungen erfolgten im Dienst, bei Hausbesuchen, in Außenstellen und telefonisch. Das wertvolle Angebot wird von den Familien in der Region gut angenommen. Denn die Sozialberatung hilft dann, wenn Eltern nicht mehr weiter wissen, weil bei ihrem Kind eine Entwicklungsverzögerung oder eine Behinderung festgestellt wurde.

(v.li.:) Die Sozialpädagoginnen Christine Frank und Lydia Dimai sind die Gesichter der Sozialberatung der KJF, die dem Kinderzentrum St. Martin in der Wieshuberstraße 4 in Regensburg angegliedert ist. Sie beraten kompetent und einfühlsam Familien und deren Kinder.

„Unser Kind entwickelt sich nicht so wie andere Kinder in diesem Alter."
Das sagen Eltern oft zu den beiden Beraterinnen, den Diplom-Sozialpädagoginnen Lydia Dimai und Christine Frank, wenn sie in die Sprechstunde kommen. Die Eltern wünschen sich Unterstützung und Beratung. Sie haben Fragen, wie sie den Alltag meistern können, welche Therapie- und Fördermöglichkeiten es gibt. In diesen Fällen hilft die Sozialberatung der Katholischen Jugendfürsorge, die seit einem Jahr eine wertvolle Stütze für Familien und Angehörige von Kindern mit Behinderung oder einer Entwicklungsverzögerung ist.

Wer ist wofür zuständig?
Die Leistungen der Sozialberatung der KJF sind vielfältig. Lydia Dimai und ihre Kollegin Christine Frank informieren und beraten Eltern beim Beantragen sozialer Leistungen wie etwa Pflegeleistungen oder der Eingliederungshilfe. Sie stehen den Eltern bei im Kontakt mit Behörden und Ämtern, mit der Pflegekasse, dem Bezirk, dem Landratsamt oder dem Zentrum Bayern Familie und Soziales. Wer ist wofür zuständig? Wo sind welche Anträge zu stellen? Das wissen die Eltern in der Regel nicht und sind dankbar über jeden Rat und jedes aufklärende Gespräch. Sind die ersten Aufgaben bewältigt, dann stellt sich oft die Frage nach Entlastungsangeboten für Eltern, nach einem Austausch in einer Selbsthilfegruppe oder in einem Verein. Auch hier ist die Sozialberatung der KJF eine gute Adresse, bei der man gute Tipps und Empfehlungen erhält.

Wenn es in der Familie zu Problemen oder Krisen kommt, die unmittelbar zum Beispiel mit einer belasteten und überfordernden Alltagssituation zu tun haben, dann kann die Sozialberatung ebenfalls Hilfe anbieten. In jedem Fall ist die Beratung vertraulich und kostenlos. „Ratsuchende Eltern sind immer willkommen bei uns in der Beratungsstelle", sagt Christine Frank, „genauso gerne kommen wir aber zu den Familien nach Hause."

Wer nimmt das Angebot wahr?
Etwa 70 % der Familien, die sich an die Sozialberatung der KJF gewendet haben, stammen aus Stadt und Landkreis Regensburg. 30 % der Familien kommen aus den Landkreisen Weiden, Kelheim, Schwandorf, Neumarkt, Cham, Straubing, Landshut, Regen, Deggendorf, Tirschenreuth. Nach etwa drei Monaten wurde die Beratungsstelle ab September 2017 vermehrt angefragt. „Wir waren schnell ausgelastet", sagt Lydia Dimai. Der Bedarf sei deutlich sichtbar. Und Dimai ist froh, dass sie mit ihrer Arbeit so vielen Familien helfen kann. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Christine Frank hat sie die Sozialberatung in 24 Terminen bei Fachkräften und betroffenen Eltern bekannt gemacht. Ihr Fazit: „Die Nachfrage und Resonanz sind durchwegs positiv."

Der zuständige Abteilungsleiter in der KJF, Bertin Abbenhues, freut sich, dass die KJF dieses bedarfsorientierte Angebot für Familien mit Unterstützung der Aktion Mensch bereitstellen konnte. „Da gab es eine echte Lücke und Bedarf an einem niedrigschwelligen Angebot, das den Familien alle möglichen Wege aufzeigt, wenn es um die weitere Entwicklung, Förderung und Begleitung ihrer Kinder mit Behinderung geht. Wir erreichen damit auch Familien mit Migrationshintergrund, bei denen der Beratungsbedarf zum Beispiel wegen der Sprachbarriere höher ist oder die sich noch nicht in unserem Behördensystem auskennen. Ein höherer Unterstützungsbedarf war auch bei Familien mit behinderten Kindern gegeben, die in Erstaufnahmeeinrichtungen in Regensburg leben. Hier muss grundlegende Hilfe geleistet werden z.B. was die Erstausstattung, Hilfsmittel, Diagnostik und Therapie betrifft."

  • Die Sozialberatung der KJF ist organisatorisch an das Regensburger Kinderzentrum St. Martin angegliedert.
  • Die Aktion Mensch fördert das Angebot für weitere drei Jahre.
  • Die neue Adresse der Sozialberatung ist: Sozialberatung der KJF, Wieshuberstraße 4, 93059 Regensburg, E-Mail: sozialberatung@kinderzentrum-regensburg.de, Telefon: 0941-4 65 02 33 oder -2 37
  • Sprechzeiten Montag bis Freitag, 9.00 bis 13.00 Uhr nach Vereinbarung oder nach Terminvergabe auch außerhalb der Bürozeiten. In den Schulferien ist das Büro nicht täglich besetzt.

Text: Christine Allgeyer
Bild: Olga Arnstein