« Zurück

KJF trauert um Pfarrer Helmut Heiserer

Bewegt vom Dienst an jungen Menschen

Pfarrer Helmut Heiserer ist am 25. Juni 2020 in Regensburg verstorben. „Friedlich eingeschlafen, heimgegangen" ist der 1942 in Straubing geborene, langjährige Direktor des Kinderzentrums St. Vincent der KJF. Nun nimmt die Dienstgemeinschaft der Katholischen Jugendfürsorge, nehmen ihr Vorsitzender Domkapitular Dr. Roland Batz, Ehrenvorsitzender Prälat Dr. Josef Schweiger, die Mitglieder im Vorstand- und Verwaltungsrat und ihr Direktor Michael Eibl Abschied von diesem außergewöhnlichen Menschen, Heilpädagogen und Seelsorger, der sich ganz in den Dienst junger Menschen und ihrer Familien stellte. „Bischof Rudolf und die Diözese Regensburg sind unserem verehrten Mitbruder Helmut Heiserer für sein priesterliches und pädagogisches Wirken von Herzen dankbar", stellte der Vorsitzende der KJF, Domkapitular Dr. Roland Batz, heraus.

Pfarrer Helmut Heiserer, hier in seinem Büro im Kinderzentrum St. Vincent, hatte ein Herz für Kinder und Jugendliche und ihre Familien, für Menschen mit Behinderung. (Foto: Christine Allgeyer)

In seiner Heimatstadt Straubing zelebrierten heute in der Kirche St. Josef der Vorsitzender der Katholischen Jugendfürsorge, Domkapitular Dr. Roland Batz, deren Ehrenvorsitzender, Prälat Dr. Josef Schweiger und Pfarrer Martin Nissel das Requiem für den Weggefährten Helmut Heiserer. „Der Herr selbst hat seinen treuen und menschenfreundlichen Diener, der sein Leben bei der Priesterweihe ganz in Gottes Hand gelegt hat, heimgeführt", begann Prälat Dr. Schweiger seine Predigt. Es sei schon immer Helmut Heiserers Wunsch gewesen, Priester zu werden. Und dafür habe er so manche von Menschen gemachte Hindernisse überwinden müssen. So klein er auch gewesen sei, so sei er doch ein Kämpfer gewesen und mit seinem zweiten Schutzengel, seiner Schwester an der Seite gelang ihm vieles. Vor einem Jahr beging er das 50-jährige Priesterjubiläum in eben dieser Kirche St. Josef in Straubing, die ihm sehr viel bedeutete.

Prälat Dr. Schweiger erinnerte an Helmut Heiserer, an sein weites Herz und seinen hellen Verstand. Das waren seine Talente, die ihm in die Wiege gelegt wurden und mit denen er wucherte. Er hatte ein Herz für Kinder und Jugendliche, für alle Menschen, die nicht im hellen Licht, sondern auf der dunklen Seite des Lebens stehen und von der Gesellschaft wenig beachtet werden. Als Leiter des Kinderzentrums St. Vincent in Regensburg lebte er jahrzehntelang für und mit den jungen Menschen, die einer besonderen Zuwendung und Hilfestellung bedürfen. Im Kinderzentrum St. Vincent konnte er mit seinem weiten Herzen und mit seiner fachlichen, heilpädagogischen Kompetenz den Kindern und Jugendlichen den Weg in eine gelingende Zukunft bahnen. Prälat Dr. Schweiger erinnerte an Helmut Heiserers Worte: „Du musst den jungen Menschen Vertrauen schenken. Dann bekommst Du auch viel Vertrauen zurück!" Seine Haltung und sein großes Engagement wurden nicht nur in der Diözese Regensburg, sondern auch im Landes- und Bundesverband Katholische Einrichtungen der Heim- und Heilpädagogik sehr geschätzt. Er war viele Jahre aktives Mitglied in diesen Gremien und gab immer wieder Impulse und Anstöße zur fachlichen Weiterentwicklung der Heimerziehung. Darüber hinaus unterstützte er fachlich und finanziell Einrichtungen für Kinder in Rumänien und wirkte bei Pax Christi für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt.

Der Vorsitzender der KJF, Domkapitular Dr. Roland Batz, ließ die Stationen im Leben Helmut Heiserers Revue passieren. Helmut Heiserer ist am 14. September 1942 in Straubing geboren und in der Pfarrei St. Josef. aufgewachsen. 1963 legte er am Humanistischen Gymnasium die Reifeprüfung ab. Am Ende seines theologischen Hochschulstudiums empfing er am 29. Juni 1969 die Priesterweihe aus der Hand des damaligen Bischofs Dr. Rudolf Graber. Nach der Zeit als Kaplan in Kelheim Mariä Himmelfahrt und in Straubing Christkönig wurde Helmut Heiserer 1971 zum Studium der Heim- und Heilpädagogik in Zürich freigestellt. Anfang der 1970er Jahre spielte er eine gewichtige Rolle bei der Gründung des Kinderzentrums St. Vincent, das aus dem Kinderheim in der Ostengasse und dem Bischof Wittmann-Heim hervorgegangen ist. „Über viele Jahrzehnte war er dort ein beliebter und anerkannter Leiter und wurde vielen ein priesterlicher Freund und Wegbegleiter", so Domkapitular Dr. Roland Batz. Er sei stets den Menschen nahe gewesen, „sein ‚Bin bloß i‘ – war sein bekanntes, und von echter Bescheidenheit geprägtes, Begrüßungswort."

„Helmut Heiserer war nicht nur ein Urgestein unserer KJF, die Katholische Jugendfürsorge ist für ihn zur Heimat geworden. Daneben war er auch der Pfadfinderschaft St. Georg tief verbunden und dort als Seelsorger und Begleiter aufs Höchste geschätzt", stellte Domkapitular Dr. Batz in seinem Nachruf heraus. Er habe sich in der Verbandsarbeit, u. a. auch in der Arbeitsgemeinschaft katholischer Einrichtungen für die Erziehungshilfe, jahrelang auf Landes- und Bundesebene eingebracht und große Anerkennung erworben. „Als Heilpädagoge der ersten Stunde hat er die Entwicklungen im Bereich der Erziehungshilfen maßgeblich mitgeprägt. Sein außergewöhnliches Wirken und sein großes Engagement für behinderte und benachteiligte Kinder und Jugendliche wurde 2003 mit dem Bundesverdienstkreuz gewürdigt", so Domkapitular Dr. Batz weiter. Auch die silberne Ehrennadel der Stadt Regensburg wurde ihm verliehen.

Helmut Heiserer war ein leidenschaftlicher Seelsorger, der sich auch über den Ruhestand im Jahr 2014 hinaus noch in Dienst nehmen ließ und die Mitarbeiter, Kinder und Jugendlichen in der KJF seelsorglich begleitete. Er war ein Menschenfreund, ein impulsgebender Heilpädagoge und aufmerksamer Theologe bis zuletzt. Er blieb einer, der über den kirchlichen Tellerrand stets hinausschaute und mit kritischen Anmerkungen die theologischen und kirchlichen Entwicklungen verfolgte. „Für die 51 Jahre seelsorglichen Wirkens als Priester und Erzieher sei ihm aufrichtig gedankt", schloss Dr. Roland Batz seine Laudatio, „möge der barmherzige Gott ihm Anteil geben am ewigen Leben."

Predigttext: Prälat Dr. Josef Schweiger
Nachruf und Laudatio: Domkapitular Dr. Roland Batz
zusammenfassende Darstellung: Christine Allgeyer