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Kinderrechte finden in Deutschland noch nicht genug Beachtung

Deutscher Caritasverband fordert anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der UN-Kinderrechtskonvention: Lebensbedingungen von geflüchteten Kindern verbessern - Kinder und Jugendliche intensiver an politische Prozesse beteiligen – Schutz für Kinder im digitalen Raum.

Berlin, 19. November 2019. „Zum 30-jährigen Jubiläum der UN-Kinderrechtskonvention müssen wir leider feststellen: Die Grundprinzipen der Konvention finden auch in Deutschland, immer noch zu wenig Beachtung", bemängelt Caritas-Präsident Peter Neher. „Im Vergleich zu vielen Ländern leben Kinder hierzulande gut. Aber über zwei Millionen Kinder und Jugendliche sind laut Statistik von Armut und Ausgrenzung bedroht und es gilt, sie und ihren Familien zielgenauer zu unterstützen. Wir sehen auch in anderen Bereichen Raum für Verbesserungen, zum Beispiel bei den Lebensbedingungen von geflüchteten Kindern und ihren Familien, bei der Beteiligung an Entscheidungsprozessen sowie bei den Kinderrechten im digitalen Raum", so Neher weiter.

Die Lebensbedingungen der nach Deutschland geflüchteten Kinder, allen voran derer, die in Erstaufnahmeeinrichtungen untergebracht sind, verstoßen vielfach gegen Kinderrechte – zum Beispiel die Rechte auf Bildung, auf Spiel und Freizeit, auf angemessene Lebensbedingungen und auf Privatsphäre. Der Deutsche Caritasverband fordert unter anderem, dass Unterkünfte für Geflüchtete systematisch über Rückzugsorte für Mütter mit Babys verfügen, und dass die gesundheitliche Versorgung und der Zugang zur Bildung erheblich verbessert werden.

In puncto Beteiligung von jungen Menschen an den Entscheidungen, die sie betreffen, wurde in Deutschland bereits einiges erreicht – vieles bleibt aber eine Scheinpartizipation. Der Deutsche Caritasverband plädiert für eine echte Beteiligung von Kindern, indem diese beispielsweise von Familiengerichten noch mehr als jetzt angehört oder an der Kommunalpolitik beteiligt werden. Die Caritas geht mit gutem Beispiel voran: In den Caritasverbänden Freiburg und Stuttgart-Rottenburg wirken sogenannte Jugendforen aktiv bei der Ausgestaltung der Erziehungshilfe mit.

Kinder haben außerdem ein Recht auf Schutz, der über den analogen Raum hinaus reicht – in einer Zeit, in der Mobbing und Belästigung zunehmend im Netz stattfinden. Aus Sicht des Deutschen Caritasverbandes muss der von Bundesministerin Franziska Giffey angekündigte Jugendmediengesetz Kinder sowohl Schutz als einen geeigneten Rahmen für ihre Einbringung in die digitale Welt bieten.

Mehr zum Thema:
Online-Dossier „30 Jahre UN-Kinderrechtskonvention"
Information über die Jugendforen im Diözesancaritasverband Stuttgart-Rottenburg

Herausgegeben von
Deutscher Caritasverband e.V.
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