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International und interkulturell

... das ist Programm in Haus Hemma der KJF

Sprachbarrieren, Vorurteile, Scheu und Berührungsängste? In Haus Hemma kein Thema, denn dort begegnen sich junge Menschen unterschiedlicher Nationalitäten und Herkunft. Sie gehen noch zur Schule, machen ein Praktikum, eine Ausbildung oder studieren und wohnen in Haus Hemma. Das Angebot „young meets young" tut ein Übriges um allerlei interessante junge Leute im Jugendgästehaus zusammenzubringen. Einander tolerant begegnen und dabei noch die Oberpfalz und Regensburg kennenlernen, das ermöglicht Haus Hemma seinen Bewohnerinnen und Bewohnern.

Bild v.li.: Heba, Ina, Keith, Hoo, Edgar Pielmeier und Martina Dommer im Garten von Haus Hemma.

International und interkulturell

Das spiegeln Arbeit und Begegnungen in Haus Hemma wieder. Martina Dommer, zuständig für die internationale und interkulturelle Zusammenarbeit in der Einrichtung in Trägerschaft der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e.V. stellt fest, dass immer mehr junge Leute im Zuge der Globalisierung aus anderen Ländern in Regensburg studieren und arbeiten. In Haus Hemma können 99 junge Frauen in Ausbildung, Wohnung und ein Stück Heimat finden. Das Haus liegt zentral und trotzdem ruhig. „Wir haben uns die Aussage von Martin Buber: „Alles wirkliche Leben ist Begegnung", als Leitsatz gewählt", so Dommer, Die Vielfalt der Freizeiträumlichkeiten, der offene Eingangsbereich wie auch der großzügig angelegte Garten in Haus Hemma begünstigen das sichtlich. „Echte Offenheit für Neues und Fremdes soll zu Herzen gehen. Sie hält jung und beweglich", meint Dommer.

Von der spirituellen Ladestation bis hin zum Walk of Cultures

Besucher wie Bewohnerinnen können sich bereits beim Eintreten in Haus Hemma an einer großen Weltkarte orientieren, welche Nationen aktuell im Haus leben. Diese sind mit den jeweiligen Länderfahnen gekennzeichnet, ein interreligiöser Kalender informiert über Fest- und Gedenktage der verschiedenen Religionen. Ebenso gibt es eine „spirituelle Ladestation" mit christlichen Tagesimpulsen in Deutsch und Englisch. Der „Walk of Cultures" präsentiert Statements ausländischer junger Frauen über ihre Erfahrungen in Deutschland. Auch von der 21jährigen Heba Abu Omar aus Jordanien, die ein Semester ihres Architekturstudiums in Regensburg absolviert, findet man dort Angaben. Sie hat in Haus Hemma die 20jährige Nina kennengelernt, mit der sie gemeinsam kocht und Tischtennis spielt. „Wir haben festgestellt, dass wir dasselbe Denken über das Leben und die Zukunft haben", meinen die Beiden, die in Haus Hemma gute Freundinnen geworden sind. Nina Steger, die gerade eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin macht, will Heba sogar in ihrer Heimat besuchen.

Mit gutem Beispiel voran

In Haus Hemma übernimmt das Personal eine zentrale Rolle. Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter geht mit positivem Beispiel voran und begegnet allen ausländischen Frauen mit Respekt und Wohlwollen. Die Offenheit entgegen des „Ghettodenkens" befreie, so Dommer, und erweitere den Horizont. Haus Hemma kann als Keimzelle für ein friedliches Miteinander erfahren werden. Diese Erfahrungen werden an die Orte mitgenommen wo jede beheimatet ist. Die beiden Freundinnen Heba und Nina zeigen dies.

Der internationale Aspekt in Haus Hemma wird als große Bereicherung für die Persönlichkeitsentwicklung erfahrbar. „Wir wollen dies auch an die Öffentlichkeit tragen", erklärt Martina Dommer, „denn ein weiteres Plus des Wohnheimes ist der Service der pädagogischen Begleitung, was bedeutet, dass Ansprechpartner im Haus sind, die helfen, sich in der Kultur, Stadt und im Haus zurechtzufinden." Das Haus solle ein Haus der Begegnung, der Wertschätzung, der Anerkennung und Aufmerksamkeit für Fremdes und Eigenes sein, gleichzeitig ein Schutz- und Lernraum.

„Wir wünschen uns den Ausbau der Kooperation und Synergieeffekte mit Young meets Young. Im Rahmen unserer Möglichkeiten wünschen wir uns, die Stadt Regensburg an dem Reichtum, der hier keimt durch z. B. internationale Feste teilhaben zu lassen, nach dem Leitsatz: „Alles wirkliche Leben ist Begegnung" und ich ergänze, Alles wirkliche Leben ist Begegnung und schenkt Frieden", stellt Martina Dommer heraus.

‚Young meets young'

Die Betreiber von „young meets young" Gerti von Rabenau und Edgar Pielmeier sind der Katholischen Jugendfürsorge und Haus Hemma für die Zusammenarbeit sehr dankbar. „Wir haben hier junge Leute aus der ganzen Welt – ein buntes Publikum", so Pielmeier, ehemaliger Direktor des Studienseminars St. Emmeram. „Die EU wächst durch junge Leute zusammen. Wenn sie sich kennenlernen und sich begegnen, setzt das rassistischen Tendenzen etwas entgegen. Unsere Hausordnung lässt keine Intoleranz zu. Das hätte sofort eine Kündigung zur Folge. Aber das war noch nie Thema bei uns."


Die Welt zu Gast

‚Young meets young' hat junge Leute aus der ganzen Welt zu Gast. Darunter auch Keith Ho Hou Kiet, 20 Jahre, und Hoo TaT Hoi, 19 Jahre, beide aus Malaysia. Sie sind seit vier Monaten in Regensburg und besuchen einen Sprachkurs. „In Malaysia träumen wir von Europa. Was ich hier erfahre und was ich hier lerne – da haben sich alle meine Träume erfüllt. Es ist wie ein tiefer Atemzug. Ich bin begeistert und froh hier zu sein." Sie haben im internationalen Jugendgästehaus ‚young meets young' in Regensburg einen ganz besonderen Treffpunkt mit optimalen Standortfaktoren: Universität und Hochschule, international agierende Unternehmen, die Nähe zu osteuropäischen Staaten, Weltkulturerbe Regensburg um nur einige davon zu nennen.

‚Young meets young' ermöglicht den jungen Leuten einen angenehmen und interessanten Aufenthalt in einer toleranten und familiären Atmosphäre. Mit begleitenden Seminarangeboten wie Sprachkursen oder Kursen zu Themen wie regenerative Energien oder Nationalpark Bayerischer Wald oder auch betrieblichen Praktika, einem Ausbildungs- oder Arbeitplatz können Jugendliche für Regensburg als Arbeits-, Bildungs- oder Ferienort begeistert werden.

Text: Christine Allgeyer