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Interessensgemeinschaft bleibt am Ball

Geplantes Wohnheim für erwachsene Menschen mit Behinderung in Mitterfels nicht im Jahresförderprogramm 2020

Enttäuschung bei der Mitterfelser Elterninitiative und ihrem Sprecher Helmut Dietl ebenso wie bei den beteiligten Partnern in der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e. V., der Marktgemeinde Mitterfels und beim Landkreis Straubing-Bogen.

Bild v.li: Einrichtungsleiter Bruder Konrad Werkstätte Manfred Schmidt, KJF-Abteilungsleiter Johannes Magin, Bürgermeister Andreas Liebl, KJF-Direktor Michael Eibl, Landrat Josef Laumer, ehem. Bezirkstagsvizepräsident Franz Schedlbauer, MdL Josef Zellmaier.

Die Wohnangebote für erwachsene Menschen mit Behinderung in Niederbayern reichen nicht aus. Diese Bedarfslage konkretisierten die Elterninitiative Mitterfels, die Katholische Jugendfürsorge Regensburg und die KJF Werkstätten bereits Anfang des Jahres 2016. Noch im Laufe des Jahres wurde von den genannten Partnern eine detaillierte Bedarfsanalyse vorgelegt und die Katholische Jugendfürsorge stellte sich voll hinter das Projekt. Deren Direktor Michael Eibl sicherte den Eltern Unterstützung zu und gab ihnen die Rückmeldung: „Wir bauen innerhalb der nächsten 5 Jahre das so dringend benötigte Wohnheim." Dem voraus ging bereits eine entsprechende Zusage des Bezirks Niederbayern, das Vorhaben zu unterstützen; ebenfalls mit im Boot: die Marktgemeinde Mitterfels, die das Vorhaben engagiert unterstützt. Nach aktuell vorliegenden Informationen wurde der Wohnheimbau jedoch nicht ins Jahresförderprogramm 2020 aufgenommen – eine herbe Enttäuschung für alle Beteiligten. Der Antrag wurde bereits 2019 ohne Erfolg gestellt.

Besonders der Sprecher der Elterninitiative Helmut Dietl machte sich in der Vergangenheit für das Vorhaben stark, stellte im März 2017 einen Antrag auf finanzielle Förderung an das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales und wendete sich in 2019 auch an den Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder mit der dringenden Bitte um Unterstützung des geplanten Wohnprojekts. Bislang bleiben alle Bemühungen ohne den erhofften Erfolg. Das so dringend benötigte Wohnheim kann nicht gebaut werden und die KJF muss die geplanten 24 Wohnplätze in 2021 erneut zur Förderung anmelden.

Bei einem aktuellen Treffen in Mitterfels berieten sich KJF-Direktor Michael Eibl, KJF-Abteilungsleiter Johannes Magin und der Einrichtungsleiter der Bruder Konrad Werkstätte in Mitterfels, Manfred Schmidt, mit Landrat Josef Laumer, Mitterfels Bürgermeister Andreas Liebl, dem ehem. Bezirkstagsvizepräsidenten Franz Schedlbauer und den Eltern. Eindrücklich schilderten Eltern, deren erwachsene Kinder mit Behinderung in der Werkstätte arbeiten, an konkreten Beispielen, wie groß die Not insbesondere auch der älter werdenden Familienangehörigen ist, wenn es für ihre Kinder kein passendes Wohnangebot in der Region gibt. Die starke Interessensgemeinschaft für den Mitterfelser Wohnheimbau bleibt weiter am Ball und will nicht nachlassen, den Menschen mit Behinderung die notwendigen Wohnangebote in der Region bereitzustellen. Dazu braucht es freilich politische Unterstützung. Mit dem Beschluss, einen gemeinsamen Brief an Sozialministerin Carolina Trautner und den Regierungspräsidenten Rainer Haselbeck zu richten und diese nach Mitterfels einzuladen, endete das Mitterfelser Treffen und geht damit in die nächste Runde.

Text und Bild: Christine Allgeyer