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In der Ausbildung von Heilpädagogen ein starker Partner

Die Fachakademie für Heilpädagogik in Regensburg hat jährlich über 80 Studierende und immer ein volles Haus. Im Laufe der Jahre – sie zählt zu den ältesten Instituten dieser Art in Deutschland - hat sie ein hervorragendes Renommee erworben, das weit über die Region hinausreicht. Petra Werner, Leiterin der Fachakademie, verfolgt das Ziel, den Studierenden neben den Standardinhalten der Ausbildung möglichst viele fachliche Impulse, Ein- und Ausblicke für das weitere Berufsleben zu eröffnen.

Studierende im Gespräch

Die Fachakademie für Heilpädagogik in Regensburg bietet ihren Studierenden ein breites Bildungsangebot.

Heilpädagoginnen und Heilpädagogen arbeiten klassischer Weise in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, in Teilhabeeinrichtungen (früher: Behindertenhilfe), in Förderschulen und zunehmend auch im Gesundheitswesen und in der Altenhilfe. Wovon viele Heilpädagogen träumten, so Petra Werner, sei die eigene Praxis. Es kam also nicht von ungefähr, dass sie die selbstständig tätige Heilpädagogin Martina Greil aus Spalt einlud. „Frau Greil hat fünf Angestellte und hat es wirklich geschafft", erzählt Petra Werner. Sie habe eindrucksvoll gezeigt, wie es ihr nach zwei schwierigen Anfangsjahren gelungen sei, die eigenen Vorstellungen zu verwirklichen und Kinder, Jugendliche wie Erwachsene ressourcenorientiert zu fördern.

Inklusion und Heilpädagogik

Welchen hohen Stellenwert die Heilpädagogik in der Sozialen Arbeit hat, ist der breiten Öffentlichkeit viel zu wenig bekannt. Heilpädagogen betreuen und fördern Menschen mit geistigen, körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen oder mit Verhaltensauffälligkeiten und sind damit immer dann gefragt, wenn es um Erziehung, Bildung, Förderung und Begleitung von Menschen jeden Alters – behindert oder von Behinderung bedroht – geht. Ihr Beitrag zu einer inklusiven Gesellschaft, wie sie die UN-Behindertenrechtskonvention fordert, wird in Zukunft ein wichtiger und großer sein, ist sich Werner sicher. Das zeigten Repräsentanten des Berufsverbands für Heilpädagogik (BHP) bei ihrem aktuellen Besuch in Regensburg den Studierenden auf. Doris Albert, stellvertretende Geschäftsführerin des BHP, Lutz Richter, der bayerische Landesbeauftragte des BHP, und die Regionalsprecherin Claudia Berner, informierten über berufliche Möglichkeiten von Heilpädagogen, Forschungsentwicklungen und stellten das Positionspapier „Inklusion und Heilpädagogik" der STK (Ständigen Konferenz von Ausbildungsstätten für Heilpädagogik in der BRD) vor, an dem Petra Werner als Vorstandsmitglied mitgeschrieben hatte.

Über den Tellerrand geschaut

Die Arbeit mit schwierigster Klientel führt Pädagogen bisweilen in Grenzsituationen. Manchmal helfen ungewöhnliche Methoden, einen guten Weg zu finden. So gelang es Uwe Gröne, Sozial- und Erlebnispädagoge, auf einer außergewöhnlichen Reise zur Südseeinsel Tonga, einem 16-jährigen wiederholt straffälligen Jugendlichen, neue Lebensperspektiven zu eröffnen. Gröne erzählte an der Fachakademie über dieses einmalige pädagogische Experiment. „Das soll unseren Studierenden Mut machen, eigene Wege zu beschreiten und unkonventionelle Methoden zu versuchen", erklärt Petra Werner. „Mir ist es wichtig, den Studierenden aufzuzeigen, dass mit der Ausbildung noch nicht der ganze Weg zu Ende gegangen ist, dass es immer wieder neue Perspektiven und Möglichkeiten gibt. So können unsere Heilpädagogen ihren eigenen Weg verfolgen und Mensch so helfen, wie es sich jeder von uns für sich selbst wünschen würde."

Text: Christine Allgeyer