Impuls für Januar 2021

Lichtblicke für das neue Jahr

Verhalten leise hat es begonnen, dieses neue Jahr 2021. Kein Feuerwerk. Keine Böllerschüsse. Keine Partymeile. Nichts, was sonstige Silvesternächte an Farben und Licht in den Himmel zauberten. Auch ohne Ausgangssperre wäre der Mitternachtsspaziergang hinauf in aussichtsvolle Höhen wegen des fehlenden Schauspiels uninteressant gewesen. Es hat für viele Menschen anders begonnen, dieses 2021: Daheim in der eigenen Wohnung, allein oder im kleinen Kreis, mit Blick auf das Wesentliche. Manch einer verspürte sicherlich eine wachsende Sehnsucht nach einem guten Miteinander in Familie und Gesellschaft, nach einer heilen und gesunden Welt – und das ganz ohne Feinstaubemissionen.

Schauen wir auf die weltweiten Ereignisse, kann sich eine begründete Hoffnung breitmachen. Denken wir nur an den Regierungswechsel in Amerika in diesem Monat, an die gerade noch geschaffte Brexit-Einigung zwischen Großbritannien und der EU und nicht zuletzt die angelaufenen Impfungen gegen die weltweite Pandemie. Da ist viel Licht am Ende des dunklen Tunnels. Wenngleich sich viele Menschen verständlicherweise wieder ein Stück Normalität wünschen, darf es aber keinen Rückfall zum Alten geben. Das vergangene Jahr hat schonungslos mit Blick auf Bildung, ökologisches Bewusstsein, Digitalisierung und unwissenschaftlicher Meinungsmache Mängel aufgedeckt, die nun beseitigt werden müssen. Die anstehende Bundestagswahl im September wird zeigen, wes Geistes Kinder wir sind.

„Lichtblick", so hieß vor ein paar Wochen die Aktion der Künstler Detlef Hartung und Georg Maximilian Trenz. Sie luden ein, dem Bundespräsidenten mitzuteilen, was sie an Wünsche und Hoffnungen für die Zukunft bewegt. Mit Hilfe von Lichtmaschinen wurden diese in den Abendstunden an die Fassade des Schlosses Bellevue projiziert. Da gab es ganz große Worte wie ZUSAMMENHALT, RESPEKT, ZUVERSICHT, ACHTSAMKEIT, DEMOKRATIE, MUT, HOFFNUNG, DIALOG, DANKBARKEIT.

Besonders aber manch persönlich formulierten Lichtsätze in den Wellen, Kreisen und Spiralen beeindruckten:

  • Der aktuelle Lockdown macht mir sehr zu schaffen. Ich wünsche mir, dass das nächste Jahr ein besseres wird. Halten wir zusammen.
  • Ich wünsche mir von Herzen, dass wir uns wieder umarmen können, um uns zu trösten, aufzubauen oder einfach Wärme zu zeigen.
  • Geben wir acht aufeinander und motivieren wir uns selbst und andere, für die Gemeinschaft einzustehen.
  • Ich wünsche mir, dass die Menschen mehr mit dem Herzen sehen.
  • Ich glaube, dass Gott uns in der Not niemals alleine lässt, sondern uns durch dunkle Stunden trägt.
  • Ich wünsche mir Frieden und respektvollen Umgang miteinander.
  • Freundliche Worte sterben nie, aber sie müssen gesprochen werden, bevor sie gelebt werden.
  • Ich wünsche mir eine fürsorgliche Gesellschaft. Die Schwächeren unter uns brauchen unseren Schutz und unsere Fürsorge.

Sind das nicht alles ermutigende Lichtsätze, mit denen wir in dieses neue Jahr starten dürfen? Letzter Wunsch greift gerade das auf, wofür wir in der Katholischen Jugendfürsorge da sind, mitzubauen an einer fürsorglichen und solidarischen Gesellschaft, die dem Menschen an unserer Seite helfend mit Rat und Tat zur Seite steht. Glücklich, wer glauben darf, dass wir nicht alleine in die kommenden Tage und Monate gehen müssen.

Ein glückvolles, gesundes und im Vertrauen auf Gott gesegnetes Jahr 2021 wünscht

Text und Foto:  Georg Deisenrieder