Teilhabe für Menschen mit schwersten und mehrfachen Behinderungen

Segensfeier für den Erweiterungsbau der Förderstätte der KJF Werkstätten St. Elisabeth in Mitterteich

Der Erweiterungsbau der Förderstätte der Stiftlandwerkstätten St. Elisabeth in Mitterteich ist bezogen und Domkapitular Dr. Roland Batz, Vorsitzender der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg (KJF), segnete die Räume und Kreuze. Die KJF Werkstätten gGmbH trägt damit dem steigenden Bedarf nach Teilhabemöglichkeiten für Menschen mit schwersten und mehrfachen Behinderung Rechnung.

Bild v.li.: Domkapitular Dr. Roland Batz, Vorsitzender der KJF, Mitterteichs Bürgermeister Roland Grillmeier, Einrichtungsleiter Dr. Karl Kick, KJF-Abteilungsleiter Johannes Magin, Bezirksrat und Bürgermeister von Wiesau Toni Dutz und Hans Horn, Geschäftsführer der KJF Werkstätten gemeinnützige GmbH.

„Heute ist ein besonderer Tag für unsere Förderstätte", stellte Domkapitular Dr. Batz heraus, „denn durch die Erweiterung wird es möglich, noch mehr Menschen zu befähigen und ihnen sinnvolle Aufgaben zu geben. Hier ist ein Ort der Geborgenheit, Freundschaft und Zuwendung geschaffen worden."

„Ein großer Tag für die KJF"
Mitarbeiter, Familien und Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus der Förderstätte nahmen neben Ehrengästen aus dem Aufsichtsrat, der Geschäftsführung der KJF Werkstätten und aus der Geschäftsstelle der Katholischen Jugendfürsorge, der Alleingesellschafterin der KJF Werkstätten, an der Segensfeier teil. Pfarrer Anton Witt, Mitterteichs Bürgermeister Roland Grillmeier, Bezirksrat Toni Dutz, die Behindertenbeauftragte Doris Scharnagel-Lindinger, politische Mandatsträger aus den Stadtratsfraktionen, Betreuervertreter und Mitglieder aus dem Werkstattrat hatten die Einladung auch gerne angenommen.
„Diese Förderstätte haben wir uns lange gewünscht", sagte Bürgermeister Roland Grillmeier. Die KJF, die Kirche leiste vieles. Sie stehe für Soziales, den Einsatz für Menschen. Auch Bezirksrat Toni Dutz unterstrich die Bedeutung der Förderstätte für die Region, aber mehr noch für die Menschen, die darin ihr Recht auf Teilhabe verwirklichen können. „Ein großer Tag für die KJF, für den Landkreis und besonders die Menschen mit schwersten Behinderungen", so Dutz. „Die Stiftlandwerkstätten mit ihrer Förderstätte und die Wohngemeinschaften St. Benedikt bieten den Menschen mit Behinderung bestmögliche Chancen für ein selbstständiges Leben", so Dutz weiter.

Soziale Teilhabe und Teilhabe an der Gemeinschaft
In Vertretung von Michael Eibl, Direktor der KJF, und mit dessen besten Wünschen, begrüßte Johannes Magin, Abteilungsleiter Teilhabeleistungen für Jugendliche und Erwachsene, die anwesenden Gäste. Er führt ihnen die Bedeutung der Förderstätte als zweitem Lebensort für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor Augen: „Sie bieten Menschen mit umfassenden und schwerwiegenden Beeinträchtigungen wesentliche Voraussetzungen für Teilhabe. Soziale Teilhabe gelingt dort in der Gemeinschaft, Teilhabe am Arbeitsleben gelingt durch gezielte Förderung beim Erwerb von Fähigkeiten." Magin bedankte sich bei Architekt Peter Pracht und den Vertretern der Projektanden, die das Bauprojekt zügig und sorgfältig durchgeführt haben. Sein besonderer Dank galt den Förder- und Zuschussgebern: Freistaat Bayern (1,2 Millionen Euro), Bezirk Oberpfalz (196.000 Euro) und Aktion Mensch (110.000 Euro) sowie der Katholischen Jugendfürsorge für den Einsatz von Eigenmitteln. Etwa 300.000 Euro mehr als ursprünglich veranschlagt kostet der Erweiterungsbau und damit rd. 2,5 Mio. Euro, was auch mit konjunkturell bedingten Preissteigerungen in der Baubranche zu tun hat.

„Da hilft einer mit"
Das sagte Hans Horn, Geschäftsführer der KJF Werkstätten, in seinem Grußwort und machte deutlich, wie selbstverständlich und wesenseigen es für die Dienstgemeinschaft in der KJF und in den Werkstätten ist, mit dem anzufangen, „auf den wir vertrauen und an den wir glauben." Vertrauen, so zeigte Horn weiter auf, Gottvertrauen, Vertrauen in die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, das Vertrauen der Angehörigen und Familien, die ihre erwachsenen Kinder den Mitarbeitern in der Förderstätte anvertrauen, ist die Grundlage für das Miteinander und das, was die Arbeit in der Förderstätte trägt. Horn bedankte sich bei allen Unterstützern, Förderern und vor allem bei den Angehörigen und Familien für das große Vertrauen in die KJF Werkstätten und die Menschen, die dort tätig sind.
Menschen mit schwersten und mehrfachen Behinderungen erhalten in der Förderstätte die Möglichkeit zur Teilhabe an der Gesellschaft, an beruflicher Bildung und – wo möglich – auch am Arbeitsleben. Alleine in den Förderstätten der KJF Werkstätten sind dies 170 Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen.

„Bewährtes neu interpretiert"
In der Mitterteicher Förderstätte der Stiftlandwerkstätten St. Elisabeth wurden bislang in vier Gruppen 30 Menschen mit Behinderung von 12 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gefördert und begleitet. Mit der Erweiterung auf ca. 600 qm stehen nun insgesamt 36 Plätze zur Verfügung. Die Einrichtung war bislang auf drei Gruppen mit insgesamt 18 Plätzen ausgelegt. Durch die Erweiterung konnte die Gruppengröße verringert werden. Darüber hinaus stehen Therapie- und Bewegungsräume sowie modern ausgestattete Pflege- und Sanitärräume in ausreichender Zahl zu Verfügung.
Wie schon im Bestandsgebäude, an welches sich der Erweiterungsbau harmonisch anschließt, legten die Verantwortlichen und Planer viel Wert auf eine freundlich-warme Atmosphäre. Einrichtungsleiter Dr. Karl Kick freut sich über die solide und verlässliche Arbeit des Architekturbüros Knipl und Pracht, der Baufirmen und Handwerker: „Gute Arbeit – es ist wirklich schön geworden!" Man habe Bewährtes neu interpretiert. Der Grundriss des Neubaus ist mehr als gelungen. Im Zentrum ein großer Raum, in dem man sich zu Veranstaltungen, zum Essen und zum Feiern trifft. Links und rechts davon Gebäudeflügel mit Gruppen- und Funktionsräumen. Jedem Gruppenraum ist ein Ruheraum zugeordnet. Alle Gruppen- und Therapieräume haben einen barrierefreien Zugang ins Freie.

Am Bau unter anderem beteiligt:

  • Planung, Bauleitung, SiGeKo: Architekturbüro Knipl, Pracht + Partner, Schwandorf
  • Statik: Zott Ingenieure, Regensburg
  • Heizung, Lüftung, Sanitär: Heinzelmann und Kollegen GbR, Regensburg
  • Projektierung Elektro: Planung Hiller GmbH, Amberg
  • Neidl + Neidl Landschaftsarchitekten und Stadtplaner Sulzbach-Rosenberg
  • Baumeisterarbeiten: Franz Kassecker GmbH, Waldsassen
  • Zimmerer- und Schreinerarbeiten (Wandvertäfelung): Holzbau Hasl e. K., Bodenwöhr
  • Spengler- und Dachabdichtungsarbeiten: Asphalt- und Isolierbau GmbH, Weiden
  • Fassadenbauarbeiten: SZ Knauer GmbH, Teublitz
  • Estricharbeiten: Weidener Fließestrich GmbH, Weiden
  • Trockenbauarbeiten: Trockenbau Danner GmbH, Neunburg v. W.
  • Heizung, Lüftung, Sanitär: Richard Rank GmbH & Co. KG, Weiden
  • Elektroinstallation: Elektro Plauen GmbH, Plauen
  • Landschaftsbauarbeiten: Wilhelm Kropf GmbH & Co. KG, Thiersheim


Text und Bilder: Christine Allgeyer