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Herkunft egal - Ziel klar!

Vertreter aus Gesellschaft und Politik besuchen die Jugendlichen in der Lernwerkstatt am Josefstag 2012

Jeder soll seine Ziele erreichen können, unabhängig von seiner Herkunft. Mit dem diesjährigen Motto „Herkunft egal - Ziel klar" fragt der Josefstag 2012 gezielt nach den Jugendlichen, die die heutige Gesellschaft aus den Augen verloren hat. Dazu besuchte der bayerische Sozialstaatssekretär Markus Sackmann die Lernwerkstatt der Katholischen Jugendfürsorge in Regensburg und schaute den Auszubildenden über die Schulter

Gabriele Anderlik, Markus Sackmann und Hans Renter im Gespräch mit Jugendlichen der Lernwerkstatt

Bild v.li.: Gabriele Anderlik, Markus Sackmann und Hans Renter im Gespräch mit Jugendlichen der Lernwerkstatt.

Seit vielen Jahren beteiligt sich die Lernwerkstatt am Josefstag. Ziel dieses Aktionstages ist es, dass die Einrichtungen der Jugendberufshilfe und Jugendsozialarbeit, die in katholischer Trägerschaft sind, ihre Leistungen für die Integration benachteiligter Jugendlicher hervorheben können.

Gemeinsam gegen Jugendarbeitslosigkeit
Mit Gabriele Anderlik, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Regensburg, Stadtrat Hans Renter, Michael Kroll vom Caritasverband München, KJF-Direktor Michael Eibl und KJF-Abteilungsleiter Robert Gruber diskutierte Markus Sackmann über die aktuelle Situation der Einrichtungen der Jugendberufshilfe und Jugendsozialarbeit. „Das gemeinsame Ziel ist", so Sackmann, „die Jugendarbeitslosigkeit in Bayern auf ein Minimum zu reduzieren." Dieses große Ziel könne nur verwirklicht werden, wenn die Zusammenarbeit zwischen den Agenturen für Arbeit, den sozialen Einrichtungen und schließlich der Betriebe selbst, weiterhin so gut funktioniere.

Markus Sackmann betonte, wie wichtig der Beitrag solcher Einrichtungen wie der Lernwerkstatt für die heutige Gesellschaft sei und lobte „die großartigen Leistungen, die schon erreicht wurden". Allerdings stecke hinter dieser Leistung viel Arbeit. „Jeder noch so kleine Schritt ist schon ein großer Erfolg", meinte Hubert Schmalhofer, Leiter der Lernwerkstatt. Zurzeit fallen auf jeden, der einen Ausbildungsplatz suche, etwa 13 Ausbildungsplätze. Dennoch haben ca. 20.000 junge Menschen keinen Ausbildungsplatz. „Das liegt meistens an der persönlichen Geschichte der Jugendlichen. Es schlummert hier ein großes Potential", erklärt Schmalhofer. Wegen einer Lernbehinderung, einer psychischen Erkrankung, Verhaltensauffälligkeiten oder Störungen im sozial-emotionalen Bereich brauchen manche Jugendliche einfach mehr Zeit und eine besondere Unterstützung, um den Sprung in die Arbeitswelt zu schaffen. Junge Menschen mit Migrationshintergrund oder einer Suchterkrankung finden in der Lernwerkstatt ebenso passende Rahmenbedingungen, um sich auf die Berufswelt vorzubereiten oder eine Ausbildung zu absolvieren.

„Wir geben den Jugendlichen mehr Zeit und mehr Pädagogik"
Das stellte KJF-Direktor Michael Eibl heraus. Deshalb seien die Auszubildenden in der Lernwerkstatt gut aufgehoben. „Mit Maßnahmen wie der Lernförderung oder dem Training sozialer und lebenspraktischer Kompetenzen gelingt es, sie in der Ausbildung zu stabilisieren und auf den Arbeitsmarkt zu bringen", so Eibl weiter. Als Netzwerkpartner der Jugendhilfeeinrichtungen unterstützen etwa 200 Unternehmer aus der freien Wirtschaft die Bemühungen der Sozialpädagogen/innen, Psychologen/innen und Meister/innen aus verschiedenen Berufsfeldern. Kostenträger sind die Bundesagentur für Arbeit, die Jobcenter und die Jugendämter. 21 Berufe in 12 Handwerks- und Dienstleistungsbereichen können in der Lernwerkstatt erlernt werden. Derzeit befinden sich 170 Jugendliche in Ausbildung, weitere 100 in berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen oder in der Berufsorientierung.

Als krönenden Abschluss besuchten die Gäste die Schreinerei der Lernwerkstatt. Die Auszubildenden erzählten über ihren Alltag, erklärten verschiedene Handgriffe und zeigten ihre bisherigen Arbeiten. Zum Abschied überreichten sie selbst gefertigte Küchenbrettchen an die interessierten Gäste.

Text: Martin Dechant