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Getestet und für gut befunden

Leichte Sprache im Haus der Bayerischen Geschichte

„Sag´s einfach", das Büro für Leichte Sprache der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg, hat für zwei Ausstellungen im Haus der Bayerischen Geschichte erklärende Texte für den Mediaguide in Leichte Sprache übersetzt. Eine Gruppe aus der Förderstätte der KJF Werkstätten in Straubing hat den Mediaguide nun bei einer Führung getestet. Und das mit professionellem Hintergrund, denn die jungen Leute gehören der Prüfgruppe für Leichte Sprache „einfach g'macht" an, die regelmäßig Texte in Leichter Sprache prüft und freigibt.

Der Mediaguide im Haus der Bayerischen Geschichte bietet auch eine Führung in Leichter Sprache an.

Gemeinsam mit den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Susanne Moldaschl und Veronika Schmeer aus dem Haus der Bayerischen Geschichte begibt sich die Prüfgruppe auf einen fast 2-stündigen Streifzug durch die Dauerausstellung "Wie Bayern Freistaat wurde und was ihn so besonders macht". Susanne Moldaschl ist gespannt: „Das ist unsere Testgruppe. Wir möchten wissen, wie Besucher mit Behinderung und ihre Begleitpersonen mit dem Mediaguide zurechtkommen, ob es so funktioniert." Grundsätzlich werde jede Gruppe zunächst begrüßt und in das System des Mediaguides eingewiesen. Für Menschen, die Schwierigkeiten haben, die Ausführungen zur Dauerausstellung auf dem Mediaguide in Standardsprache zu verstehen, gibt es diese in Leichter Sprache.

Susanne Moldaschl hat im Vorfeld die Arbeit von Sebastian Müller, dem Büroleiter von „sag's einfach" begleitet und war seine Ansprechpartnerin während der Übersetzungstätigkeit. In Leichter Sprache erklärt, erfährt man zum Beispiel, wie Bayern zum Freistaat wurde oder wie die Ballonflucht aus der DDR in den 1980er Jahren gelang. Oder wie Steffi L. aus der Prüfgruppe es sagt:" Was die Bayern schon alles Schönes gemacht haben." Steffi ist es auch, die in der Feed-back-Runde folgendes Resümee zieht: „Ich finde den Mediaguide super und die Führung in Leichter Sprache auch. Die Texte sind sehr schön erzählt und ich habe mir sehr viel gemerkt." Die anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind mindestens genau so angetan wie Steffi.

Die Prüfgruppe „einfach g'macht" aus der Förderstätte der KJF Werkstätten in Straubing mit dem Büroleiter des Büros für Leichte Sprache der KJF, Sebastian Müller, im Haus der Bayerischen Geschichte.

Susanne Moldaschl ist zufrieden. Die viele Arbeit, die in der Führung in Leichter Sprach steckt, hat sich gelohnt. Sie will noch wissen, wie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit der Bedienung des Mediaguides zurechtkommen, ob die Lautstärke passt, die Bilder gut sind und die Pfeile mit denen man auf dem Display virtuell von einer Station der Dauerausstellung zur nächsten geführt wird. Und das passt alles! „Es ist genau das rausgekommen, was wir geprüft haben", bestätigt Steffi. Besonders gut gefällt ihr die Stimme auf dem Mediaguide. „Ich finde es klasse, hier zu sein", so Steffi weiter.

Auch für die Bayerische Landesausstellung „Hundert Schätze aus tausend Jahren", die vom 27. September 2019 bis zum 8. März 2020 im Museum besucht werden kann, hat Sebastian Müller aus dem Büro für Leichte Sprache der KJF Texte in Leichte Sprache übersetzt. Ein Besuch im Museum der Bayerischen Geschichte ist also barrierefrei möglich! Neben einem Mediaguide mit einer Führung in Leichter Sprache gibt es selbstverständlich Fahrstühlen und mehrere barrierefreie WCs.

Text und Bilder: Christine Allgeyer