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Gedanken zum Abschied

Gedanken zum Abschied von der Epilepsieberatungsstelle

Schön war's! 15 Jahre lang habe ich dem Team der Epilepsie Beratung in Regensburg (Bezirk Oberpfalz) angehört und die Entwicklung der Stelle mitgestalten können. Der Träger, die Katholische Jugendfürsorge der Diözese Regensburg, ermöglichte mir gleich zu Beginn eine gute fachliche Zusatzausbildung zu den vielfältigen Themenbereichen im Beratungsalltag. Vielen Dank für die guten Rahmenbedingungen und die langjährige Anbindung an das SPZ-Regensburg!

Eins steht für mich fest: Als Berater*in ist man immer ein Teil eines Ganzen. Und das ist gut so! Da ist zu aller erst das eigene Team, dann folgt das vielgestaltige Netzwerk vor Ort, die Arbeitsgemeinschaft der Kolleg*innen an den Bayerischen Epilepsie Beratungsstellen, der Landesverband Epilepsie Bayern, TEA, der Verein Sozialarbeit bei Epilepsie und die Deutsche Epilepsievereinigung. Vielen Dank für die Kollegialität – in Zusammenarbeit geht einfach was voran! Bei meiner regionalen Vortrags- und Fortbildungstätigkeit in Einrichtungen, Schulen und Kindergärten habe ich viele Einrichtungsleiter*innen und Mitarbeiter*innen kennengelernt, welche aufgeschlossene Begleiter für Menschen mit Epilepsie waren. Gerne habe ich dort noch durch Wissensvermittlung die Sicherheit der Mitarbeiter im Umgang mit dem Anfallsgeschehen gefördert.  

Vor allem aber blicke ich mit Wertschätzung zurück auf die Menschen, welche zu uns in die Beratungsstelle kamen: Familien, Jugendliche, Erwachsene, Senioren -  denen allen eines gemeinsam war: Ihre Erkrankung an Epilepsie und die plötzliche Notwendigkeit, damit zurecht zu kommen, dies in ihr Leben zu integrieren. Viele Krisen habe ich dabei begleitet, viele wechselvolle Wege, das Erleben, immer wieder aufzustehen und weiterzugehen. Und oftmals war ich Zeuge eines kleinen, vorsichtigen Mutes, einer unerwarteten Kraft, eines dennoch tragenden Familienzusammenhalts, einer gelungenen Ablösung, eines erhaltenen Arbeitsplatzes. Ja, es kam zuweilen eine neue Sicht auf das Leben zum Vorschein! Eine Klientin fasste es einmal so zusammen: „Es war ein harter Weg – aber ich glaube, ohne die Erkrankung an Epilepsie wäre ich heute nicht der Mensch, der ich jetzt bin." Und es lag Zufriedenheit in der Stimme….

Diese berührenden Erfahrungen nehme ich gerne mit in den Ruhestand – einer Zeit für wiederum neue Erfahrungen.

Meinen geschätzten Kolleginnen und meiner Nachfolgerin wünsche ich zu aller Zeit ein gutes Miteinander und Freude an den beruflichen Herausforderungen.

Elisabeth Seifert

Diplom Psychologin Elsabeth Seifert (ganz links) geht in den Ruhestand

Gedanken zum Abschied einer wertvollen Mitarbeiterin

Bereichernd war's. Zwei Jahre konnte ich noch mit Elisabeth Seifert zusammen arbeiten.

Die Diplom Psychologin beendete zum 31.Juli 2020 nach 15 Jahren ihre Arbeit an der Beratungsstelle. Mit ihr verlässt eine Frau mit hoher fachlicher und beraterischer Kompetenz die Epilepsie Beratung Oberpfalz. Den Menschen in seiner jeweiligen Situation zu sehen und sich gemeinsam auf die Suche zu begeben nach den Ressourcen, die vielleicht nicht auf den ersten Blick präsent sind und die aber genutzt werden können. Ressourcen und Kompetenzen, die den Menschen mit der Epilepsieerkrankung und auch die Angehörigen befähigen die Lebenssituation zu meistern.

Diese Begleitung bei der Suche und die Unterstützung beim Empowerment der Ratsuchenden waren das Anliegen von Frau Seifert. Dabei hat sie mit großer Ruhe und Genauigkeit auf das geachtet, was für die Einzelnen im Moment gerade richtig war. Zuhören, Ideen einbringen, Fachwissen weitergeben, Fachbegriffe erklären, das Geschehen bei Anfällen erläutern, Kontakte herstellen, bei Formulierungen und Anträgen helfen, neue Wege aufzeigen.

Und nun geht Frau Elisabeth Seifert selbst den neuen Weg in den Ruhestand. Wir wünschen ihr das Beste und ich bedanke mich ganz herzlich für die wertwolle Arbeit an der Epilepsie Beratungsstelle Oberpfalz

Für das Team der Beratungsstelle

Iris Schadenfroh – Leitung Epilepsie Beratung