« Zurück

Förderschulen loben Kultusministerium

Ein Drittel der Förderschüler in der Notbetreuung

Nach einem Jahr Pandemie zieht die Landesarbeitsgemeinschaft Förderschulen der Caritas Zwischenbilanz: „Die Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium ist ausgezeichnet!"

„Inzwischen haben wir fast monatlich Videokonferenzen mit der Staatssekretärin im Kultusministerium. Mit dabei sind ein Elternvertreter, zeitweise ein Schülervertreter, der Verband der Sonderpädagogen sowie wir Träger von Förderschulen," informiert Michael Eibl, Vorsitzender der LAG. Im Mittelpunkt unserer Gespräche stehen die Schülerinnen und Schüler und ihre so vielfältigen Bedürfnisse sowie die Belastungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Durch ausgezeichnete Hygienekonzepte, die konsequent umgesetzt werden, gelingt es, die Schüler mit Behinderungen zu schützen, aber auch gut zu betreuen. Förderprogramme für IT-Geräte, Endgeräte für Lehrer und Schüler sowie Lüftungsanlagen werden sehr zeitnah genutzt. „Wir sind zuversichtlich, dass wir den weiteren Bedarf nach und nach erfüllen können. Die Mitarbeiter des Ministeriums sind für uns täglich erreichbar, teilweise auch am Wochenende. Dadurch können wir viele komplexe Regelungen abstimmen", so Eibl.

Förderzentren haben neben der Schule auch Tagesstätten, Therapiebereiche, Schulbegleitungen und die Schülertransporte zu koordinieren. Die Förderberufsschulen sind oft in Berufsbildungswerken oder Reha-Einrichtungen integriert. Hier konnte teilweise über 95 Prozent der Auszubildenden ein erfolgreicher Abschluss ermöglicht werden. Diese Schüler sind häufig nicht im öffentlichen Interesse, aber sie sind genauso bedeutend wie Abiturienten. Mit dem Ministerium konnten wir vereinbaren, dass immer dieselben Schüler in den Bussen sind, auch wenn es bei der Notbetreuung deutlich weniger sind. So kommt es auch auf dem Schulweg im Bus zu keinen Durchmischungen. Dieses Modell wäre auch für andere Schulen sinnvoll und umsetzbar, meint Eibl, Aufgabe der Träger sei es, dass man im Jahresbudget für die Schülertransporte bleibe. So werden alle Partner ihrer Rolle gerecht. Durchschnittlich befinden sich in Bayern aktuell etwa ein Drittel der Förderschüler in der Notbetreuung. Regional wird das Angebot sehr unterschiedlich wahrgenommen. Das zeigt, wie wichtig diese Leistungen für die Familien sind.

„Übergreifend setzen wir uns sehr dafür ein, dass Schulbegleitungen und Therapeuten auch in die Familien kommen können. Wir bitten die Bezirke und die Krankenkassen, dass die Fahrtkosten finanziert werden", erklärt Eibl. Probleme gäbe es noch bei den Ausfallkosten der Therapien in den Förderzentren durch die Krankenkassen. „Hier haben wir die Staatskanzlei um Unterstützung gebeten, die inzwischen den Bundesgesundheitsminister eingeschaltet hat", so Eibl, „wir müssen alles tun für eine gute Bildung und Betreuung der Schüler, denn jeder Schüler ist einzigartig! Es geht darum, dass keiner den Anschluss verliert, teilweise auch ums Überleben."

Michael Eibl
Vorsitzender der LAG Förderschulen in Bayern

Weiterführende Informationen: LAG Förderschulen in Bayern