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Der Blick für das Wesentliche

Der Kunst- und Gewerbeverein Regensburg und die Katholische Jugendfürsorge schreiben seit zehn Jahren einen Kunstpreis für Menschen mit Behinderung aus. Im Zweijahresturnus werden eingereichte Arbeiten von einer Jury bewertet, anschließend werden die prämierten Werke und viele weitere ausgestellt – in Regensburg. Heuer geht diese Ausstellung erstmals auf Reisen – und sie ist in Abensberg angekommen.

v.li.: KJF-Direktor Michael Eibl, Edmund Klingshirn und Preisträgerin Lena, 2. Bürgermeister Dr. Bernhard Resch, Alfred Böschl vom Kunst- und Gewerbeverein Regensburg und Museumsleiter Dr. Tobias Hammerl. Edmund Klingshirn und Lena Klingshirn umrahmen deren preisgekrönten Werke.

Der Zufall will es so, dass dabei zwei Preisträger aus der Babonenstadt kommen: Lena Klingshirn aus Abensberg-Offenstetten hat den zweiten Preis, Ernst Seufzer aus Abensberg-Arnhofen den dritten Preis zugesprochen bekommen. Ihre wie auch die weiteren Werke zeigen „etwas, das ein Künstler lange üben muss, bevor er es erreicht: den Blick fürs Wesentliche", so Museumsleiter Dr. Tobias Hammerl am Eröffnungsabend.

Angestoßen wurde die Ausstellung in Abensberg durch eine Idee von Alfred Böschl vom Kunst- und Gewerbeverein Regensburg. Schnell kam Bewegung in die Idee, Abensbergs Museumsleiter und Böschl kennen sich gut. Auch die Ausstellung bewegt – im Wortsinn: „Man beginnt nachzudenken, wie wir die Leute ansprechen, die schlecht sehen oder schlecht hören", so Hammerl. Deshalb wurde der Flyer zum Kunstpreis textlich barrierefrei erstellt, einen Schritt weiter geht die erstmalige Verwendung der Braille-Schrift, die von Blinden und stark Sehbehinderten genutzt werden kann. Dr. Hammerl dankte in diesem Zusammenhang Marion Huber-Schallner, die „das Thema Barrierefreiheit seit Jahren anschiebt".

Zur Ausstellungseröffnung sprachen Landrat Martin Neumeyer, KJF-Direktor Michael Eibl und 2. Bürgermeister Dr. Bernhard Resch. „Endlich ist die Ausstellung in Abensberg zu sehen", so Resch begeistert. Auch Landrat Neumeyer zeigte sich erfreut und wünschte viel Erfolg – der ist garantiert, viele der Kunstwerke sind bereits verkauft, was so ungewöhnlich ist wie die Künstlerinnen und Künstler. Darauf machte auch Eibl aufmerksam: „Die Kunstwerke sind etwas ganz Besonderes. Die Jury hatte es sehr schön."

Alle Redner dankten Anna aus Regensburg, die den musikalischen Rahmen setzte. Sie war im Rahmen der „mittendrin!"-Ausstellung im Aventinum Abensberg bereits vor drei Jahren mit dabei. Auch da sorgte sie für die musikalische Umrahmung.

Die „Kunstpreis 2018"-Ausstellung ist im Herzogskasten der Stadt Abensberg zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen. Die Werke werden bis 8. Juli gezeigt. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, ebenfalls in leichter Sprache verfasst. Er ist für zehn Euro im Herzogskasten zu erwerben. Zur Ausstellung gibt es ein Begleitprogramm, das am 20. Juni beginnt.

Text und Bild: Ingo Knott