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Besonders schwere Zeiten für Kinder mit Behinderung und ihre Familien

Die kjf-nahe Stiftung „Für junge Menschen. Kirchliche Kinder- und Jugendhilfe" will diese Familien mit ihrer aktuellen Spendenkampagne unterstützen. 10.000 Euro aus dem Nachlass Georg Ratzingers, dem Bruder des emeritierten Papstes Benedikt XVI., legen einen guten Grundstock.

Archivfoto KJF (© Christine Allgeyer): Georg Ratzinger (2.v.li., verstorben 1. Juli 2020) mit dem Gründungsvater der Stiftung „Für junge Menschen" Prälat Dr. Josef Schweiger (li.), dem Vorsitzenden der Stiftung Max Harreiner und dem Vorsitzenden des Stiftungsrates Michael Eibl (re.) bei einem Besuch in der Papst Benedikt Schule in Straubing.

"Eltern von Kindern mit einer Behinderung leisten Enormes. Rund um die Uhr sind sie mit aller Liebe für ihre Kinder da", macht der Vorsitzende des Stiftungsrates, KJF-Direktor Michael Eibl deutlich, „wir alle wissen, dass es in diesen Zeiten noch schwieriger geworden ist, mit bürokratischen Hürden zurechtzukommen und wichtige medizinische und therapeutische Hilfen zu erhalten", so Eibl weiter. Deshalb wird die Stiftung 'Für junge Menschen' in diesem Jahr die ausgezeichnete Arbeit der Sozialberatung am Kinderzentrum St. Martin und anderer Dienste der KJF für betroffene Familien und ihre Kinder unterstützen. „Wir entlasten die Eltern und fördern die Kinder", wendet sich Eibl an alle, die mit ihrer Spende an die Stiftung mithelfen wollen, dass diese Familien die Unterstützung bekommen, die sie brauchen.

Anfragen bei der Sozialberatung St. Martin aufgrund Corona-Krise enorm gestiegen

Lydia Dimai und Christine Frank tun alles Erdenkliche, um zu helfen, wo es nur geht. Sie sind in der Sozialberatung St. Martin mit ihrem Wissen rund um Unterstützungsangebote und Hilfen für Familien mit einem behinderten Kind seit Juni 2017 stark nachgefragt und in der Pandemie noch viel mehr. Anträge auf Pflegegeld, einen Schwerbehindertenausweis oder für Hilfsmittel sind eine besondere Herausforderung und ohne fachliches Know-how für die betroffenen Familien schwer zu meistern. Der Lockdown hat die Not vieler dieser Familien verschärft. Weniger Betreuung und Förderung sowie eingeschränkte Therapie-Angebote für die Kinder, keine Entlastung für die Eltern, oft beengte Räumlichkeiten und der Verlust der Arbeit. All das mündet häufig in tiefe Erschöpfung, Verzweiflung und großer existenzieller Not. „Deshalb unterstützt die kjf-nahe Stiftung "Für junge Menschen" hat deshalb beschlossen, in diesem Jahr die Sozialberatung St. Martin und Familien mit behinderten Kindern", so Eibl.

Sozialberatung St. Martin schließt eine wichtige Lücke

Lydia Dimai und Christine Frank unterstützen die Familien beim Beantragen sozialer Leistungen wie Pflegedienstleistungen oder Eingliederungshilfe. Die Diplom-Sozialpädagoginnen helfen beim Kontakt mit Behörden und Ämtern, informieren über Entlastungsangebote, Selbsthilfegruppen und -Vereine, stehen bei Problemen und Krisen in der Familie zur Seite. Wenn die Kinder größer, der Pflege- und Betreuungsbedarf aber nicht geringer wird, sind die Familien extrem belastet. Während der Pandemie gerieten zudem die Regelmäßigkeit und das Leben aus den Fugen. Die Eltern hätten so gut wie keine Entlastung mehr, müssten alles 24 Stunden komplett alleine stemmen. Viele Kinder hätten große Schlafschwierigkeiten. "Dazu kommt, dass viele Familien sehr beengt leben", erzählt Lydia Dimai. "Die waren vorher schon ausgepowert. Wenn die Kinder im Kindergarten oder in der Schule waren, hatten die Eltern, meistens die Mütter, wenigstens ein bisschen Zeit, um wieder aufzutanken." Etwa 30 Prozent der hilfesuchenden Familien weisen einen Migrationshintergrund auf. Darüber hinaus trifft es besonders alleinerziehende Frauen schwer. Bei vielen Familien sind die 450 Euro-Jobs weggebrochen. Meist ist das Einkommen sowieso schon "auf Kante genäht". Fällt der Minijob weg, wird es schwer, überhaupt noch für den Lebensunterhalt aufzukommen.

Lydia Dimai und Christine Frank, die die Sozialberatung St. Martin vorbildlich aufgebaut und entwickelt haben, haben ein großes Anliegen: "Unser Herzenswunsch ist es, dass Familien schneller und unbürokratischer das bekommen, was ihnen zusteht. Dass sie keinen Kampf führen müssen und dass das Verständnis auch von Behörden und Krankenkassen diesen Familien gegenüber, die Bewundernswertes leisten, wächst." Die wertvolle und segensreiche Arbeit der Sozialberatung für Familien mit einem behinderten Kind braucht dringend Unterstützung, denn die Förderung von Aktion Mensch läuft im Mai 2021 aus. Für den Fortbestand haben Stadt und Landkreis Regensburg ihre Unterstützung zugesagt, doch diese reicht längst nicht aus und es werden weitere finanzielle Mittel gebraucht, um die Familien mit entwicklungsverzögerten und behinderten Kindern zu unterstützen.

Helfen Sie mit einer Spende an die Stiftung „Für junge Menschen" zugunsten der Familien mit behinderten Kindern. Von Herzen DANKE und vergelt's Gott!

Stiftung kirchliche Kinder- und Jugendhilfe, Spendenkonto: Liga Bank eG Regensburg
IBAN: DE32750903000001335820, BIC: GENODEF1M05
Orleansstraße 2 a · 93055 Regensburg, Telefon: 09 41 7 98 87-1 71
stiftung@kjf-regensburg.de · www.kjf-regensburg.de/stiftung

Text: Isolde Hilt, Christine Allgeyer