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Ausstellungseröffnung mit Anna Tüne in der Galerie St. Klara

Premiere: "Vom Scheitern eines anberaumten Massenmordes  Bulgarien 1934 - 1943"

Regensburg ist Premieren-Ort der Wanderausstellung „Vom Scheitern eines anberaumten Massenmordes  Bulgarien 1934 – 1944". Kuratorin Anna Tüne eröffnete die Ausstellung in der Galerie St. Klara am gestrigen Abend, zu der Gäste und Medienvertreter in zwei Besuchergruppen um 19:00 Uhr und 20:00 Uhr gekommen waren. Die Ausstellung ist Teil einer Initiative, für die sich die KJF stark macht. Es geht um Humanität und den Mut zur Mit-Menschlichkeit.

KJF Vorsitzender Michael Dreßel, Anna Tüne, Dr. Maria Baumann, Schirmherrin Ilse Danziger und KJF Direktor Michael Eibl am Eröffnungsabend der Ausstellung in der Galerie St. Klara Regensburg

Anna Tüne zeigt in ihrer Ausstellung umfänglich die Vorgeschichte und Abläufe des Widerstandes in Bulgarien gegen die Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten von 1934 bis 1944 auf. Es sind Fotodokumente aus der Zeit zu sehen, Portraits von wichtigen Handelnden und Zeichnungen und Gemälde des jüdischen Malers Marco Behar. Gemeinsam mit Schirmherrin Ilse Danziger, die das Grußwort zur Ausstellung sprach, und KJF-Direktor Michael Eibl führte sie bei der Eröffnung in das Thema ein. „Wer das Leben eines Menschen rettet, der rettet das ganze Volk", sagte Danziger, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Regensburg, abschließend in ihrem Grußwort.

Anna Tüne selbst war mehrmals nach Bulgarien gereist und hat sich in das Land und die Menschen – vor allem in deren Menschenbild – verliebt. Es war ihr wichtig zu betonen, dass die Trennlinie trotz unterschiedlicher Interpretationen in den Aussagen von Zeitzeugen letztendlich nur zwischen Beteiligung am Rettungswerk oder Vernichtungswerk gezogen werden könne. „Es ging letztendlich um das Menschenbild, um die Verteidigung der Humanität in einem selber und der Humanität insgesamt", zitierte sie die Worte von Peter Graf Yorck von Wartenburg, der zum Kern der Widerstandsbewegung 1944 gegen den Nationalsozialismus gehörte. Für Tüne lautet die Botschaft der Ausstellung deshalb: Jede und jeder ist aufgerufen nach zur Verfügung stehenden Mitteln, mitmenschlich und solidarisch zu handeln.

Musikalisch begleitet wurde die Ausstellungseröffnung vom Jazz-Folk-Trio ADABEI.

Weitere Informationen: Als drittes Teilprojekt der Reihe „Topographien der Menschlichkeit" des Vereins Courage gegen Fremdenhass e. V. realisiert, thematisiert die Ausstellung den Rettungswiderstand in Bulgarien, bei dem die altbulgarische Zivilgesellschaft jegliche Deportationen jüdischer Bulgaren und ausländischer Juden in deutsche Vernichtungslager in Polen verhinderte. Anna Tüne, Schriftstellerin und Kulturmanagerin aus Berlin und Mitglied bei "Courage gegen Fremdenhass e. V.", hat die Ausstellung als Kuratorin gestaltet. Die Kunstsammlungen des Bistums Regensburg unter Leitung von Dr. Maria Baumann und die KJF Regensburg haben die Ausstellung nach Regensburg gebracht.

Öffnungszeiten der Ausstellung

Die Ausstellung ist an folgenden Sonntagen zu sehen:
12., 19. und 26. September von 14 bis 18 Uhr

Ort
Galerie St. Klara
Kapuzinergasse 11
93047 Regensburg

Text und Foto: Michaela Heelemann