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"Wir sind auf einem guten Weg!"

Behindertenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung Irmgard Badura besucht Bildungsstätte St. Wolfgang in Straubing

Die Inklusionsklasse in der Bildungsstätte St. Wolfgang hat schon mehrmals von sich reden gemacht. Sie ist auch etwas Besonderes. Es ist eine Klasse in einem Förderzentrum, in der Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam unterrichtet werden. Wie gut das läuft und wie sehr die Kinder davon profitieren, davon überzeugte sich Irmgard Badura, Behindertenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, bei einem Besuch in der Einrichtung der KJF in Straubing.

Gruppenbild Besuch Irmgard Badura in St. Wolfgang

Irmgard Badura, Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung, und weitere Gäste bei ihrem Besuch in der Bildungsstätte St. Wolfgang.

„Es freut mich in St. Wolfgang sein zu dürfen. Ich bin sehr an den Erfahrungen interessiert, die hier gemacht werden", stellte Irmgard Badura heraus. Gemeinsam mit Karl Dengler, dem Behindertenbeauftragten der Stadt Straubing, KJF-Abteilungsleiter Bertin Abbenhues und Schulamtsdirektor Johannes Müller besuchte sie die Partnerklasse, die in der Wolfgangschule „Inklusionsklasse" genannt wird. Die stellvertretende Schulleiterin Maria Welsch führte die Gäste durch die Einrichtung und berichtete von den Erfahrungen mit der Klasse, die vergangenes Jahr eingerichtet wurde. „Die Inklusionsklasse ist ein großer Erfolg. Bis jetzt haben wir nur positives Feedback von den Eltern und Kindern erhalten", erklärte Maria Welsch den Gästen. Sie bedankte sich bei den Lehrkräften, beim Schulamt und bei der Stadt Straubing für die Unterstützung. „So können wir einen guten Weg gehen, sodass beide Seiten, behinderte und nicht behinderte Schüler profitieren. Sie können miteinander und voneinander lernen".

Handlungsbedarf in der Lehrerbildung

Intensiv interessierte sich Irmgard Badura für die Erfahrungen mit der Inklusionsklasse. Im Gespräch mit den Lehrerinnen Claudia Engelhardt (St. Wolfgang) und Ute Schiewe (Grundschule St Jakob), dem Rektor der Grundschule Dr. Ralf Bachmann sowie  Vertretern des Elternbeirats von St. Wolfgang wurde herausgestellt, dass in die Ausbildung der Lehrkräfte noch mehr investiert werden müsse. Außerdem sei eine engere Vernetzung zwischen den verschiedenen Instanzen wie Schulärzten und Erziehern erforderlich, um noch besser auf die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen eingehen zu können. „In Straubing ist dies bereits sehr gut gelungen, worauf wir stolz sind. Wir haben Glück, dass Oberbürgermeister Markus Pannermayr hinter der Sache steht", erklärte der Behindertenbeauftragte Karl Dengler.


Eltern berichten

Welche Erfahrungen machen die Eltern mit ihren Kindern in der Inklusionsklasse? Auch das wollte Irmgard Badura wissen. Elternbeiratsvorsitzende Claudia Grubmüller von St. Wolfgang und Florian Kempinger, Klassenelternsprecher der Grundschulklasse, berichteten von anfänglichen Ängsten der Eltern und den bisherigen Erfahrungen mit der Klasse. "Unser gemeinsames Ziel ist, den Eltern die restliche Angst vor solchen Inklusionsprojekten zu nehmen", meinten Ute Schiewe, Grundschullehrerin und Claudia Engelbert(StRin FS). Manche Eltern von nicht behinderten Kindern hätten immer noch die Sorge, dass ihr Kind nicht genügend gefördert und betreut wird, weil die Lehrkräfte mehr mit der Betreuung der behinderten Kinder zu tun haben. Die Eltern der Kinder in der Inklusionsklasse jedoch seien hell auf begeistert von den bisherigen Erfahrungen. „Wir sind auf einem guten Weg", befanden die Gesprächspartner abschließend zum Thema „Inklusion in Bayern". Projekte wie das in St. Wolfgang zeigen: von Inklusion profitieren alle.


Text & Bild: Martin Dechant