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"Unsere Lehrkräfte legen sich gewaltig ins Zeug."

Schule geschlossen? Lernpakete sind gepackt!

"Die Schulen werden geschlossen" – als dies wie ein Lauffeuer durch die Gänge der Papst Benedikt Schule in Straubing ging, löste das mächtig viel Wirbel aus. Während sich einige Schülerinnen und Schüler vor allem Sorgen machten, ob die schulfreie Zeit von den Sommerferien abgezogen wird, packten die Lehrkräfte eifrig Lernpakete. So glich das Sekretariat bald einem Postamt mit vielen fleißigen Helferlein. Ständig klingelte das Telefon und es gab eigentlich niemanden, der nicht viele Fragen hatte.

Alle Bilder der Schülerinnen und Schüler in der "Home School" haben deren Eltern freundlicherweise für unsere "Füreinander-da"-Geschichten selbst fotografiert und uns zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank dafür!
 



Was wie ein Ausnahmezustand begann, wird mit jedem neuen Tag mehr zur Routine. Und Pläne, die man eigentlich erst im nächsten Schuljahr umsetzen wollte, wurden in Windeseile zur Umsetzung gebracht. So zum Beispiel auch die Nutzung der bayerischen Lernplattform mebis. Hierzu mussten die Zugänge der Schülerinnen und Schüler reaktiviert und Nutzerdaten verteilt werden. Mit einem auf die Schnelle gedrehten Begrüßungsvideo auf mebis luden die Lehrerinnen und Lehrer die Kinder zum Unterricht ein – anders, aber auch gut möglich.

Die Lehrkräfte legen sich gewaltig ins Zeug. Damit die Home-Office-Kurse für ihre Schülerinnen und Schüler auch gut laufen, lernen sie selbst täglich dazu, damit das Lernmaterial in die Home-School kommt – natürlich digital. Um die Eltern gut zu erreichen, wurde eine Plattform für die digitale Elternkommunikation eingerichtet und die Zugangsdaten diesmal analog per Post an alle Eltern verschickt.

Mittlerweile lernen viele Schülerinnen und Schüler mit Hilfe des Home-Office-Kurses der Klasse, über den neben klassischem Arbeitsmaterial auch der Austausch mit Klassenkameraden und der Lehrkraft möglich ist. Die Lehrerinnen und Lehrer geben sich gegenseitig Tipps zu Angeboten. Der Hit und von den Kindern geliebt, sind die großartigen Sportstunden von Alba Berlin (Link: https://www.youtube.com/watch?v=800btK1r6g8), die über mebis oder das digitale Elternportal zu den Schülern kommen.

Die Religionslehrerin der Papst Benedikt Schule hat einen allgemeinen Chat für die Schülerinnen und Schüler eröffnet und steht mit einem offenen Ohr zur Verfügung. Schulleiter Thomas Herbst und dessen Stellvertreter Thorsten Kölbl halten den Kontakt zu den Schülerinnen und Schülern über Videos, die über die Infoplattform verteilt werden. Eine Klassenleiterin beruft bereits Videokonferenzen mit den Schülerinnen und Schülern ein. Auch wenn es manchmal noch etwas ruckelt, der digitale Unterricht nimmt Fahrt auf.
Die Klasse 7 hatte vor der Schulschließung mit dem Aussäen für den Schulgarten begonnen und damit die Aussaat auch gut gedeiht, hat die Lehrkraft die Beete mit nach Hause genommen und hält die Kinder mit Fotos auf dem Laufenden. So sehen sie, wie die Pflänzchen wachsen.

„Es ist wirklich beeindruckend, wie dynamisch und mit welchem großen Einsatzwillen alle zusammenkommen und zusammenbleiben", freut sich Thorsten Kölbl. Und da nimmt er niemanden aus: die Lehrkräfte, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Schülerinnen und Schüler, die Eltern und Erziehungsberechtigten ziehen alle an einem Strang. Und das positive Feedback gibt der Papst Benedikt Schule recht: Der Unterricht läuft. Natürlich vermissen die Kinder ihren normalen Alltag und die Schule. So manche Botschaft zeugt davon: „Ich vermisse die Schule sehr. Ich lerne zuhause fleißig. Mama ist viel strenger als unsere Lehrerin und der Betreuer", schreibt ein Schüler", und eine Schülerin schreibt zurück: „mir ist auch langweilig."

Nicht zuletzt durch die rasante Einführung lief besonders am Anfang beileibe noch nicht alles glatt. Aber das Team der Papst Benedikt Schule arbeitet beständig daran, Eltern und Schüler darin zu unterstützen, die digitalen Werkzeuge gut zu nutzen. Und was ganz klassisch auch passiert: Die Lehrerinnen und Lehrer rufen immer wieder mal bei den Kindern an, einfach nur, um zu fragen, wie es geht. Ganz „old school".

Text: Thorsten Kölbl / Christine Allgeyer