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"Ihr seid willkommen in Riedenburg!"

Segnung der Wohngemeinschaft der KJF in der Bergstraße

Im Herzen Riedenburgs segnete der Ehrenvorsitzender der Katholischen Jugendfürsorge, Prälat Dr. Josef Schweiger, das neue Zuhause von 24 Bewohnerinnen und Bewohnern. Der Vorsitzende der KJF, Michael Dreßel, und KJF-Direktor Michael Eibl freuten sich besonders über diesen Termin: „Mitten in der Stadt Riedenburg haben wir Appartements für Menschen mit Behinderungen geschaffen. Das ist gelebte Inklusion." KJF-Direktor Michael Eibl bedankte sich herzlich bei Schwester Beatrix Riegelsberger und dem Orden der Franziskanerinnen des Klarissenklosters St. Anna Riedenburg, die dies ermöglichten. „Mit unserem Ehrenvorsitzenden Prälat Dr. Josef Schweiger können wir nun eine weitere soziale Einrichtung in seiner Heimatgemeinde in Betrieb nehmen."

Bild v.li.: Abt.leiter Johannes Magin, Schwester Sieglinde Gabriel, Gesamtleiter Dr. Bernhard Resch, Ehrenvorsitzender der KJF Prälat Dr. Josef Schweiger, Vorsitzender der KJF Domkapitular Michael Dreßel, stellvertr. Landrat Wolfgang Gural, stellvertr. Bezirksrätin Hannelore Langwieser, KJF-Direktor Michael Eibl

Pioniergeist in Sachen Inklusion

Der Weg zur Inklusion begann in Riedenburg bereits 1999. In diesem Jahr sorgte Prälat Dr. Josef Schweiger, damals als Direktor der KJF, dafür, dass in Riedenburg Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten und wohnen, denn aus der ehemaligen Molkerei Schweiger wurde eine Werkstätte für Menschen mit Behinderung. Im selben Jahr eröffnete die KJF die erste Wohngemeinschaft in Riedenburg. Das Konzept war innovativ und nahm die Forderungen des Inklusionsgedankens vorweg. Nun ist es um weitere 1.338 bewohnte Quadratmeter reicher, auf einem insgesamt 2.447 Quadratmeter großen Grundstück in der Bergstraße 9, welches das Kloster St. Anna unter Oberin Schwester Beatrix Riegelsberger der KJF verkauft hat.

In seiner Eröffnungsrede erzählte Prälat Dr. Josef Schweiger davon, wie ihn vor vielen Jahren ein Junge, Roland, im Cabrini-Haus angesprochen hatte: „Herr Direktor, können Sie nicht ein Haus für alte Kinder bauen?". Mit dieser Frage nahm Roland ein Anliegen und eine Sorge von in Einrichtungen der KJF erwachsen gewordenen Kindern und ihren Familien vorweg. Denn Wohngemeinschaften für erwachsene Menschen mit Behinderung gab es damals noch nicht. Seitdem hat sich vieles weiterentwickelt und die KJF hat, nah an den Familien und ihren Bedürfnissen, Arbeitsplätze in Werkstätten und Wohngemeinschaften für Menschen mit Behinderung errichtet.

„Ihr wurdet in Riedenburg freundlich aufgenommen. Es gab keine Vorurteile und Proteste", wandte sich Prälat Schweiger an die Bewohnerinnen und Bewohner, „ihr seid eine echte Bereicherung für die Stadt, ein Gewinn, weil für euch neue Arbeitsplätze geschaffen wurden." Am Ende seiner Ansprache gab er den Riedenburgern zwei Wünsche mit auf den Weg: „Dass die Riedenburger den neuen Mitbürgern mit Respekt begegnen mögen und dass sich die Neubürger in der Perle des Altmühltals wohlfühlen und ihnen die Arbeit in der Werkstätte auch nicht ausgehe. „Bleibt alles gesund und haltet fest zusammen", so Prälat Dr. Schweiger.

Bild v.li.: Gesamtleiter Dr. Bernhard Resch, Abt.leiter Johannes Magin, KJF-Direktor Michael Eibl, Ehrenvorsitzender der KJF Prälat Dr. Josef Schweiger, Vorsitzender der KJF Domkapitular Michael Dreßel

Ihren Respekt und ihre Hochachtung vor dem bis heute so segensreichen Wirken des Ehrenvorsitzenden der KJF, Prälat Dr. Josef Schweiger, brachten der Vorsitzende der KJF, Domkapitular Michael Dreßel, die stellvertretende Bezirksrätin Hannelore Langwieser und der stellvertretende Landrat Wolfgang Gural in ihren Grußworten zum Ausdruck.

KJF-Direktor Michael Eibl bedankte sich bei den Fördermittelgebern, dem Bayerischen Sozialministerium für 2.711.100 Millionen Euro und dem Bezirk Niederbayern für 387.300 Euro Die Gesamtkosten der Baumaßnahme betragen 4,39 Millionen Euro. Der Eigenanteil der KJF beträgt 1.291.600 Euro.

 

Gemeinschaft, Privatsphäre und Integration im Ort inklusive

„Ich bedanke mich bei unserem Träger, der Katholischen Jugendfürsorge, allen Begleitern aus der Politik sowie bei den Riedenburgern, die uns so gut ankommen lassen. Großer Dank gebührt unseren Mitarbeitern, die das neue Wohnheim unter Corona-Bedingungen in Betrieb genommen haben. Eine immense Leistung! Ich wünsche allen stets schöne Tage in der neuen Einrichtung", sagt der Gesamtleiter des Cabrini-Zentrums Dr. Bernhard Resch. Dem Cabrini-Zentrum ist die Riedenburger Wohngemeinschaft organisatorisch zugeordnet. Das neue Wohnheim bietet 24 Plätze für Erwachsene. Es gibt zwei Wohngruppen mit je 12 Bewohnerinnen und Bewohnern, die wiederum auf zwei Einheiten verteilt sind. Jede Wohneinheit hat eine eigene Küche und ein eigenes Wohnzimmer. Sechs Bewohnerinnen und Bewohner teilen sich jeweils einen Bereich zum Wohnen mit Küche. Damit die Privatsphäre nicht zu kurz kommt, sind die Zimmer Einzelzimmer mit eigener Nasszelle und eigenem Vorraum. Das gesamte Wohnheim ist barrierefrei und ein Viertel der Wohnheimplätze ist für Rollstuhlfahrer geeignet. ln jeder Gruppe befinden sich darüber hinaus je ein Pflegebad, Hauswirtschafts-, Putz- und Lagerräume. Die Bewohnerschaft besteht aus Männern und Frauen; sie besuchen die Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) St. Josef in Riedenburg. Alles ist fußläufig erreichbar – Ärzte, Apotheke, Cafés und Geschäfte. So können die Neubürger bestens in das Leben der Gemeinde integriert werden.

Text: Olga Arnstein, Christine Allgeyer
Bilder: Christine Allgeyer