Auf der Seite junger Menschen
... ​​​​​​​ein Leben lang.

 

​​​​​​​Die Katholische Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e. V. ist ein kirchlich-caritatives Unternehmen. Als Wegbegleiterin für Menschen – ein Leben lang – sind wir für Kinder, Jugendliche und Erwachsene da, die sich in einer besonderen Lebenssituation befinden oder beeinträchtigt sind. An ihren Bedürfnissen richten wir unser Handeln aus. In Krisen möchten wir Mutmacher sein. Unser Glaube und unsere Werte geben uns dafür die Kraft. In der Diözese Regensburg zählt die KJF zu den größten Arbeitgebern.

80+


Die KJF ist Rechtsträgerin von über 80 Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, Teilhabe und Rehabilitation.


4.500


Die KJF ist attraktive Arbeitgeberin für rd. 4.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.


30.000


Professionelle Fachkräfte  unterstützen rd. 30.000 Menschen pro Jahr in unseren Einrichtungen und Diensten.


Neues von der KJF

null Meditativer Impuls Juli 2024

Mit meinen Augen

Im Juni waren wir zu „Gottes Lichtspuren in Raum – Klang – Farbe“ im Rahmen der 60. Biennale in Venedig unterwegs. Am letzten Tag kaufte ich für die ganze Gruppe Eintrittskarten für eine Kunstausstellung. Der junge Herr an der Kasse schien irgendwie benommen gewesen zu sein...

An der Außenfassade des Gefängnisses auf der Giudecca-Insel provoziert der Künstler Mauricio Cattelan mit riesigen, nackten und geschundenen Füßen. (Foto: Georg Deisenrieder)

Zunächst wies er mich ab und meinte, ich solle die Karten über das Internet beschaffen. So viel Bargeld dürfe er nicht annehmen. Nachdem er mein Unverständnis sah, lenkte er ein, wollte aber dann beinahe den zehnfachen Betrag von meinem Konto abbuchen. Ich bemerkte den Fehler gerade noch rechtzeitig und versuchte, den Irrtum aufzuklären. Erst nachdem ich dem Kassierer auf meinem Taschenrechner meines Smartphones zeigte, wie der richtige Betrag zustande kommt, entspannte sich die Lage: Ich konnte bezahlen und erhielt die gewünschten Eintrittskarten.

Schnell war das Urteil gefällt: Wenn jemand nicht gut rechnen kann oder aus irgendeinem Grund blockiert ist, soll er besser nicht beruflich an einer Stelle, wo er am Tag Hunderte von Menschen bedienen muss, tätig sein. Ein Kollege, der mit mir an der Kasse stand und alles beobachtete, meinte: Der junge Kassierer war wahrscheinlich überfordert, vielleicht hatte er auch eine psychische Beeinträchtigung. Da ich nach Öffnung der Kasse der erste Kunde in der langen Schlange war, hätte ich mich auch nicht durch die vielen Wartenden hinter mir beirren lassen, sondern zuerst mit einem freundlichen Blick und einem netten „buon giorno“ in ein kurzes, nettes Gespräch gehen sollen.

Dann kam es mir wieder in den Sinn: Drei Tage vorher war ich beim Frauengefängnis auf der Giudecca-Insel. Der Vatikan bespielt zur Biennale diesen „Pavillon“ in einer innovativen Zusammenarbeit zwischen Künstlerinnen und Künstlern, Frauen und Gefängnismitarbeiterinnen und -mitarbeitern. Das Thema heißt: „Con i miei occhi - Mit meinen Augen“. Insassinnen führen selbst kleine Gruppen durch die Räume hinter den vergitterten Fenstern und mit Stacheldraht versehenen Mauern. Am 28. April besuchte Papst Franziskus mit großem Interesse die Ausstellung. Er begrüßte alle der etwa achtzig Frauen persönlich und sagte den Versammelten, auch den Verantwortlichen: „Bitte, bitte nicht die Würde in Isolationshaft nehmen! Wir alle haben Fehler, die der Heilung bedürfen, das gilt auch für mich.“

An der Außenfassade des Gefängnisses provoziert der Künstler Mauricio Cattelan mit riesigen, nackten und geschundenen Füßen. Gott sieht sie und spricht: „Con i miei occhi, mit meinen Augen schaue ich dich an. Ich verurteile dich nicht. Ich kenne dein Leben, rufe dich beim Namen und schenke dir eine neue Zukunft“.

Wenn wir Andere wie Gott mit liebenden Augen anschauen, holen wir sie heraus aus allem, was einengt und vom Leben abschneidet. Dieser wohlwollende Blick gilt jeder einzelnen Frau im Gefängnis, dem jungen Mann an der Kasse, jedem Menschen, der mir begegnet.

Text: Georg Deisenrieder

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