Der Optimist, der geduldige Baumeister, der Menschenfreund

Schulfamilie St. Gunther verabschiedet Schul- und Einrichtungsleiter Thomas Herbst

„Wir alle sind heute wegen Ihnen da", sagte KJF-Direktor Michael Eibl am Beginn der Abschiedsfeier für Thomas Herbst aus der Bildungsstätte St. Gunther in Cham. Die Turnhalle musste herhalten, um alle Gäste, die Kinder und Jugendlichen, Freunde und Kooperationspartner unterzubringen. Chams Bürgermeisterin Karin Bucher, der stellvertretende Landrat Markus Müller und Regierungsschuldirektorin Dagmar Froh waren darunter und hielten Laudationes.

KJF-Direktor Michael Eibl mit Schul- und Einrichtungsleiter Thomas Herbst

„Zeitlang ist sowas wie Heimweh"

Das erklärte der Direktor der Katholischen Jugendfürsorge Michael Eibl gleich am Beginn seiner Laudatio für Thomas Herbst den Kindern. Denn „zeitlang" ist der Grund, dass Thomas Herbst die Bildungsstätte St. Gunther verlässt. Und das stimmt viele traurig, gleichwohl ihm für die Entscheidung, wieder an die Papst Benedikt Schule nach Straubing zurückzukehren, allseits Verständnis entgegengebracht wird. Die Familie ist dort in der Nähe, das ist Heimat – und nicht zuletzt verbringt Thomas Herbst künftig deutlich weniger Zeit auf der Straße. „Ich bin froh, dass Sie bei uns bleiben", fügte Eibl an Herbst gerichtet hinzu. Gefühle sind erlaubt, das machte Michael Eibl weiter deutlich. Und das ist auch etwas, was den so hoch engagierten und professioneller Mitarbeiter Thomas Herbst zurück nach Straubing führt. Er habe während sehr erfolgreicher Jahre vieles bewegt, sei ein wunderbarer Pädagoge und Einrichtungsleiter und überdies ein geduldiger Baumeister, stellte Eibl weiter heraus. „Sie haben sieben Jahre in St. Gunther wertvolle Arbeit geleistet und mit Ihnen die Schulfamilie, die ganze Einrichtung", so Eibl mit Blick auf die in dieser Zeit realisierte energetische Sanierung der Einrichtung und der Innensanierung, die aktuell noch nicht ganz abgeschlossen ist.

 

St. Gunther – inklusiv, naturreich, tiernah

Für vieles, was Thomas Herbst in 7 Jahren entwickelt hat, war St. Gunther ein guter Nährboden: Herbst hat Alpakas nach St. Gunther geholt, die Schülerfirma „Cafe Windorfer" in Falkenstein – auf den Weg gebracht – um nur zwei seiner Projekte zu nennen. Die KJF als Träger habe das gerne mitgetragen, sagt Eibl, und auch das Schulamt und die Regierung seien als Partner immer mit dabei gewesen. Thomas Herbst ist mit seinen Projekten einen behutsamen Weg der Inklusion gegangen und hat dabei als Botschafter in die Region hineingewirkt.

Die Nachfolgerin von Thomas Herbst, Felicitas Klenk-Schimmels, soll nun in seine Fußstapfen treten. KJF-Direktor Michael Eibl ist froh, wieder eine Führungskraft an der Spitze von St. Gunther zu wissen, die viele Erfahrungen mitbringt: „Da kommt eine interessante Persönlichkeit und ausgewiesene Pädagogin nach St. Gunther und ich freue mich, dass Sie bereit waren, diese Aufgabe zu übernehmen." Felicitas Klenk-Schimmels ist seit 1993 Lehrerin im Förderschuldienst; zuerst in Nördlingen, dann in Nittenau und seit 2016 als Konrektorin an der dem Kinderzentrum St. Vincent angeschlossenen Schule zur Erziehungshilfe der KJF in Regensburg.

 

„Du wirst uns hier fehlen"

Regierungsschuldirektorin Dagmar Frohn beschrieb Thomas Herbst als freundlich, gelassen und optimistisch – „den Schülern, Eltern und Mitarbeitern immer zugewandt. Du wirst uns hier fehlen", sagte sie und dankte Herbst für seinen engagierten Einsatz. Er habe die Schülerinnen und Schüler immer in den Mittelpunkt gestellt. Auch der stellvertretende Landrat Markus Müller schätzt die Bildungsstätte St. Gunther und bescheinigte Thomas Herbst: „Sie haben hier in Cham Spuren hinterlassen, viele junge Menschen ins Leben begleitet und für passende Rahmenbedingungen gesorgt." In Bürgermeisterin Karin Bucher hat die Bildungsstätte St. Gunther einen echten Fan und die Arbeit von Thomas Herbst schätzt sie überdies: „Immer wenn ich an die Schule komme, nehme ich Lebensfreude mit nachhause. Sie sind ein Menschenfreund und nehmen jedes Kind so an wie es ist. Sie wissen, dass jedes Kind geliebt, gesehen und akzeptiert werden will. Ich danke Ihnen dafür."

v.li.: KJF-Direktor Michael Eibl, Bürgermeisterin Karin Bucher, Regierungsschuldirektorin Dagmar Frohn, künftige Schul- und Einrichtungsleiterin von St. Gunther Felicitas Klenk-Schimmels, Schul- und Einrichtungsleiter Thomas Herbst und stellvertretender Landrat Markus Müller.
 

„Kompetenter Chef und toller Typ"

Der MAV-Vorsitzende von St. Gunther, Darius Halsky, stellte Thomas Herbst bei der Abschiedsfeier ein Einser-Zeugnis für die partnerschaftliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit aus: „Lieber Chef hiermit bestätige ich, dass du diese Kriterien voll erfüllt hast. Du bist ein kompetenter Chef und toller Typ." Und auch die Elternbeiratsvorsitzende Katrin Aigner sparte nicht mit Lob. Herbst sei immer für alle da gewesen. „Sie füllen das Recht auf Bildung mit Leben."

Sichtbar berührt von den emotionalen Beiträgen ließ Thomas Herbst die Schulfamilie wissen: „Ihr werdet mir fehlen!" Er dankte den Kindern und Jugendlichen für ihre Freundlichkeit, ihre Aufgeschlossenheit und Lebensfreude. „Ihr seid das Wichtigste, das sollen die Erwachsenen nie vergessen."

Text und Bilder: Christine Allgeyer