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Kirchliches Engagement hat viele Gesichter

Ein Beitrag in Gemeinde kreativ

Michael Eibl (59 Jahre) engagiert sich seit 1991 für das Kuratorium Europäische Kulturarbeit e.V. Beratzhausen. Ihm liegt besonders die Verwirklichung der europäischen Idee mit Kultur, Sozialem und Religion am Herzen. Hauptberuflich ist er Direktor der Katholischen Jugendfürsorge im Bistum Regensburg.

Warum engagierten Sie sich ehrenamtlich?
Ich bin davon überzeugt, dass ehrenamtliches Engagement eines der wichtigen Fundamente unserer Gesellschaft ist. Es leistet einen wichtigen Beitrag, Grundwerte unseres Zusammenlebens zu vermitteln und gesellschaftliche Härten auszugleichen.

Wie sind Sie zum freiwilligen Engagement gekommen?
Es begann bei den Pfadfindern in Rohr bei den Benediktinern im Alter von elf Jahren. Ich war dort engagiert vom Wölfling bis zum Leiter des Stammes. Diese Jahre haben mich geprägt.

Eines meiner aktuellen Ehrenämter ist der Vorsitz des Kuratoriums Europäische Kulturarbeit, das ich vor 30 Jahren mitgegründet habe. Wir fördern europäische Kunst und Kultur und leisten humanitäre Hilfe für bedürftige Menschen in Rumänien. Mit kulturellen Veranstaltungen werden menschliche Begegnungen ermöglicht. Künstler und Kunstschaffende aus ganz Europa kommen in unsere Gemeinde und tragen zur Verwirklichung des europäischen Gedankens bei. So haben wir bisher zehn internationale Symposien, 120 Kunstausstellungen, Vorträge, Diskussionen, zahlreiche kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte und Europafeste sowie seit 30 Jahren eine internationale Sommerakademie organisiert. Es entstand der Europa-Skulpturenpark mit mehr als 40 Skulpturen, die sowohl im Ortszentrum als auch in unseren Dörfern stehen. In den Dörfern ist es uns gelungen, dass moderne Kunstwerke mit religiösen Themen vor den Kirchen installiert wurden, wie zum Beispiel die Mariensäule vor der Wallfahrtskirche Rechberg oder die Dreifaltigkeitssäule vor der Kirche Schrotzhofen. Im vergangenen Jahr hat ein Künstler zwei Kunstwerke für Urnengräber geschaffen. Dabei werden den Künstlern nie konkrete Vorgaben von uns gemacht, sondern lediglich ein Thema entwickelt. Das Vertrauen in die Künstler und in ihr Einfühlungsvermögen sowie in ihr professionelles Arbeiten hat sich immer bewährt.

Was beschäftigt Sie im Moment?
Aktuell bereiten wir unser drittes inklusives Symposium im Juli dieses Jahres vor. Es hat den Titel „Festma(h)len" und lädt Künstler mit und ohne Behinderungen dazu ein, Keramik künstlerisch zu gestalten. Dabei sollen am Ende unter anderem 100 Teller als Kunstwerke entstehen. Mit diesen Tellern wollen wir ein Festmahl mitten im Dorf Schwarzenthonhausen organisieren und die Dorfbevölkerung wie auch Gäste von außerhalb einladen. Dieses Symposium soll die Kunst, das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderungen und die Bedeutung von Gemeinschaft erlebbar machen.

Was wollen Sie bewegen?
Es geht uns darum zu zeigen, dass jeder Einzelne auch in einer kleinen Gemeinde dazu beitragen kann, ein friedliches Miteinander der Menschen, ihrer Länder und ihrer Religionen zu verwirklichen. Die Kultur kann ein Katalysator für die Völkerverständigung sein.

Kirchliches Engagement hat Zukunft, weil …
… unsere Gesellschaft dringend ein Wertefundament benötigt, das wir Christen vorleben können. Ich habe selbst erlebt, wie diese christliche Wertevermittlung von Kindheit an positiv prägend ist. Bildlich könnte man sagen: es werden Flügel verliehen, die einen das ganze Leben lang weit hinaustragen können.