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100+1 Jahre LVkE

Staatsministerin Trautner und Kardinal Marx loben Wirken des Verbandes

München, 15.06.2021 – 100+1 Jahre LVkE – 100+1 Jahre Arbeit für Kinder, Jugendliche und ihre Familien. Das konnte am Dienstag, 15.06.2021, erfolgreich in Form einer erweiterten Vorstandsitzung mit Gästen aus Politik und Kirche in der Katholischen Stiftungshochschule München begangen werden.

Staatsministerin Carolina Trautner, Schirmherrin und Ehrengast der 100+1 Jahr-Feier des LVkE, freut sich über ein Geschenk des LVkE-Vorsitzenden Michael Eibl.

Eigentlich hätte diese Veranstaltung mit ca. 300 Menschen am 07.Juli 2020 stattfinden sollen – doch auch hier hat Corona die ursprüngliche Planung stark beeinflusst und bis kurz vor der Veranstaltung war nicht klar, in welcher Form sie stattfinden wird. Im kleinen Kreise vor Ort – 50 Personen – und 200 Personen, die den Livestream verfolgten, hat auch der LVkE dieses Jahr viel Neues ausprobiert und umgesetzt. Mit großer Unterstützung von seinen Mitgliedseinrichtungen und Diensten, sowie dem Vorstand des LVkE. Das Rahmenprogramm der Veranstaltung bildeten verschiedene Videoclips, die von Mitgliedseinrichtungen und Diensten des LVkE gestaltet wurden. Besonders hervorzuheben sind hier die Zirkuseinlagen des Zirkus Giovanni des Don Bosco Jugendwerk Bamberg, ein integratives Jugendhilfezirkusprojekt.

„Ja, Probleme annehmen, die Zeichen der Zeit erkennen, pragmatische Lösungen erarbeiten, den Wandel mitgestalten, sich für gleichwertige Lebensverhältnisse einsetzen – das sind unsere Grundsätze. Grundsätze für die der LVkE gestern wie heute steht! Prinzipien, die er in seiner 101jährigen Geschichte mehrfach erfolgreich umsetzen und an der ZUKUNFT orientiert weiterentwickeln konnte!", sagt Michael Eibl, Vorsitzender des LVkE zu Beginn der Veranstaltung. Die Zukunft beinhaltet viele Herausforderungen für den LVkE und die Erziehungshilfe, u.a. wegen der am 7. Mai 2021 verabschiedeten Reform des SGB VIII Gesetztes, dem Kinder- und Jugendstärkungsgesetz. Dieses erwähnte auch Dr. Klaus Esser, Vorsitzender des Bundesverbandes katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfen in Bayern e.V. (BVkE), in seinem Grußwort. Er mahnte zugleich an, dass man den eingeschlagenen Weg nun weitergehen, bzw. Systemschranken überwinden müsse und forderte: „Habt keine Scheu, neue Arbeitsfelder zu erschließen!"

Die Umsetzung des nun rechtskräftige KJSG und das neue Ganztagsförderungsgesetz waren Thema beim Festvortrag von Dr. Christian Lüders mit dem Thema: „Veränderungen und Herausforderungen in der Kinder- und Jugendhilfe – Wer und was steht im Mittelpunkt?" Zu den Folgen der Coronapandemie merkte er an: „Die mittelfristigen Auswirkungen des Lockdowns werden wir erst mit der Zeit näheres begründet sagen können. Corona und der Lockdown und alles, was damit zusammenhänge, seien in der jüngeren Geschichte der Bundesrepublik einzigartig. Es sei wichtig den Kinder- Jugendlichen und Eltern zuzuhören: „Die LVkE-Kampagne ‚Fragt doch mal uns‘ ist gerade jetzt ein wichtiger Ansatz, um Kinder und Jugendliche ernst zu nehmen, ohne abzuwerten oder zu globalisieren!"

Carolina Trautner, Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales und Schirmherrin der Öffentlichkeitskampagne „Fragt doch mal uns!" des LVkE, war Ehrengast und hielt die Festansprache. „Die Corona-Pandemie hat erneut gezeigt, wie wichtig der gemeinsame Schulterschluss der unterschiedlichen Fachdisziplinen ist, um Kinder und Jugendliche und ihre Familien passgenau zu unterstützen. Hier ist nicht nur die Kinder- und Jugendhilfe gefordert. Aus meiner Sicht müssen die Bedarfsplanungen der unterschiedlichen Hilfebereiche, wie zum Beispiel Jugendhilfeplanung, Sozialraumplanung, Planung der Gesundheitsversorgung, Behindertenhilfe, Schulplanung noch viel besser aufeinander abgestimmt werden. Alle Kinder und Jugendliche haben das Recht auf bestmögliche Unterstützung, um gut aufwachsen zu können. Ich bin davon überzeugt, dass individuell abgestimmte und vernetzte Angebote unsere Familien spürbar stärken!"

In der vom Michael Eibl moderierten Diskussion im zweiten Teil der Veranstaltung ging es um das Thema „Netzwerkarbeit in der Kinder- und Jugendhilfe". Beteiligt waren hier: die zwei Vorsitzenden des Landesheimrates Bayern, Amelie Mayerhofer und Luca Müller, Staatsministerin Carolina Trautner, Verena Dietl (3. Bürgermeisterin München), Anja Sauerer (Vorstandsmitglied LVkE, Leiterin des Antonia-Werr-Zentrums, St. Ludwig), Prälat Dr. Wolf (Leiter Katholisches Büro Bayern, München), und Dr. Christian Lüders.

„Veränderungen, Herausforderungen, Wandel: Wie Sie sicherlich gemerkt haben, ziehen sich diese Schlagwörter wie ein roter Faden durch unsere heutige Sitzung. Dies geschieht ganz bewusst. Denn die heutige Veranstaltung soll nicht der Rückschau oder dem Selbstzweck dienen, sondern vor allem die Zukunft im Blick behalten," betonte Michael Eibl abschließend. „Kinder sind unsere Zukunft und zum Wohle der jungen Menschen gibt es weiterhin viel zu tun."

Den feierlichen Abschluss bildetet der Festgottesdienst mit Reinhard Kardinal Marx. Der Erzbischof von München und Freising schlug in seiner Predigt nachdenkliche Töne an und nahm eine klare Position zur Aufarbeitung der Schicksale ehemaliger Heimkinder in katholischen Einrichtungen ein: „Können wir uns vorstellen, dass Jesus Kinder geprügelt hat? Wohl kaum!" Der Kinder- und Jugendhilfe attestierte Marx in diesem Kontext riesige Fortschritte in den letzten 100 Jahren" und äußerte sich zudem lobend hinsichtlich der LVkE-Imagekampagne: „Fragt doch mal uns! – ein schönes Motto, gut und ermutigend!" Und zuletzt: „Fragt doch mal uns! – Das ist Euer Auftrag: Solidarität mit jungen Menschen!"

Mehr dazu auch unter https://www.fragt-doch-mal-uns.de/der-lvke/100-1jahre/