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Zu Gast bei der Freiwilligen Feuerwehr Beratzhausen

Am vergangenen Freitag Abend war vor dem Feuerwehrgerätehaus in Beratzhausen ein ganzer Fuhrpark aufgebaut, war die Fläche vor dem Gebäude hell erleuchtet. Es war jedoch keine Übung angesagt, sondern Besucher wurden erwartet und zwar zum ersten Mal eine Gruppe von Asylsuchenden, die in Beratzhausen Wohnungen gefunden haben und somit Neubürger geworden sind. Die Aktion war von der KJF-Sozialbetreuerin für Flüchtlinge Beate Arwanitaki-Mirbeth als erster Teil einer Reihe von Führungen durch ehrenamtliche Hilfsorganisationen initiiert worden.



Inzwischen haben die meisten der ursprünglich in Beratzhausen in dezentralen Asylbewerberunterkünften Untergebrachten die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft erhalten und anschließend auch eine Wohnung in der Marktgemeinde gefunden. Sie sind quasi also Neubürger in Beratzhausen. Um die Integration dieses Personenkreises zu fördern hat die Sozialbetreuerin Beate Arwanitaki-.Mirbeth Ende der vergangenen Woche einen Besuchstermin bei der Beratzhauser Freiwilligen Feuerwehr organisiert. Hintergrund für diese Aktion war zum einen, dass auf diese Weise die Neubürger einen Eindruck bekommen, wie die ehrenamtlichen Hilfsorganisationen vor Ort funktionieren und zum anderen, um den einen oder anderen vielleicht für ein Engagement in diesem Bereich zu motivieren und die Begegnung zwischen den Beratzhausern und den ausländischen Mitbürgern zu fördern.

Die Anfrage, ob eine Führung für die Teilnehmer möglich wäre, wurde vom ersten Kommandanten der Beratzhauser Wehr Stefan Kalb spontan mit einem „ja" beantwortet. Mit immensem Aufwand hatten die Aktiven der Feuerwehr daraufhin den Fuhrpark und die Drehleiter in Szene gesetzt und eine ganze Reihe von Mitgliedern hatte sich im Feuerwehrgerätehaus eingefunden, um die Aktion zu begleiten. In zwei Gruppen aufgeteilt wurden die 17 Syrer durch Außen- und Innenbereich des Feuerwehrgerätehauses geführt. Die Fahrzeuge und ihr Innenleben wurde ihnen ebenso erklärt wie ihnen die Funktionen des Equipments näher gebracht wurde. So konnten sie nachvollziehen, welche Schritte nach der Alarmierung folgen, wie der Funksprechverkehr abläuft, wie ein Einsatz koordiniert wird, welche Fahrzeuge wann und zu welchem Zweck zum Einsatz kommen, wofür die einzelnen Ausrüstungsgegenstände benötigt werden. Praktische Vorführungen fehlten in der rund zweieinhalbstündigen Führung nicht, denn sowohl die Drehleiter, als auch Atemschutz und Rettungsspreizer und -zange wurden demonstriert. Zu guter Letzt wurden den Besuchern die Strukturen  der ehrenamtlichen Truppe und die Ausbildungsmodalitäten erläutert. Auch wenn die meisten der ausländischen Gäste bereits über gute Deutschkenntnisse verfügen, übersetzte zusätzlich ein Dolmetscher die Ausführungen und die Fragen seitens der Besucher. Das Interesse war groß, ebenso wie die Anerkennung des ehrenamtlichen Einsatzes der Feuerwehrler. Sollte nun Interesse bestehen, sich selber aktiv bei der Feuerwehr einzubringen, wurde den neuen Mitbürgern die Möglichkeit eingeräumt, sich bei einer Monatsübung ein Bild von der Ausbildung zu machen.

„Es war ein interessanter Abend für die Besucher, die allesamt positive Rückmeldung gegeben haben. Besonders zu danken ist den Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr Beratzhausen, die sehr viel Zeit in diese Führung investiert haben und durch ihre detaillierten Erklärungen einen tollen Einblick in das Aufgabengebiet der Feuerwehren ermöglicht haben. Vielleicht überlegt sich sogar der eine oder andere, hier selber aktiv zu werden.", zieht Arwanitaki-Mirbeth Bilanz. Eine weitere Veranstaltung in diese Richtung ist nun bereits geplant. Im März werden die ausländischen Neubürger das THW in Laaber besuchen.