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Mit Holz kochen

Staatssekretär Bernd Sibler besuchte das 9. Internationale Künstlersymposium Beratzhausen, bei dem die KJF Regensburg und das Atelier KUNST inklusiv Kooperationspartner sind.

„Ich bin begeistert, was hier entsteht! Eine Café-Einrichtung aus alten Holzmöbeln künstlerisch neu zu erschaffen, gefällt mir ausgesprochen gut. Das ist ja, neben dem Aspekt der Nachhaltigkeit, zugleich auch eine historische Dokumentation, wie man früher Möbel gebaut hat." Staatssekretär Bernd Sibler war beeindruckt von dem Konzept „Mit Holz kochen", das dem 9. Internationalen Künstlersymposium Beratzhausen für KünstlerInnen mit und ohne Behinderung zugrundeliegt. "Ich wusste doch, dass – wenn die Katholische Jugendfürsorge mit im Boot ist – der Gedanke der Inklusion erneut gut umgesetzt wird."

Staatssekretär Bernd Sibler (4. v. links) mit Bürgermeister Konrad Meier (2. v. links), Bezirksrat Thomas Gabler (3. v. links), Kuratoriumsvorsitzendem Michael Eibl (5. v. rechts) und Gemeinderat Matthias Beer (2. v. rechts) im Gespräch mit den Künstlern

Veranstalter und KünstlerInnen

Das Kuratorium Europäische Kulturarbeit Beratzhausen feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Jubiläum. Zum neunten Mal laden die ehrenamtlichen Organisatoren mit ihrem Vorsitzenden Michael Eibl zu einem Internationalen Kunstsymposium in die Europagemeinde Beratzhausen ein. Es ist das zweite Mal, dass es ein inklusives Symposium ist, das heißt, KünstlerInnen mit und ohne Behinderung arbeiten gemeinsam an diesem Projekt. Unter der künstlerischen Leitung von Renate Höning, Leiterin des Ateliers KUNST inklusiv, haben sich Slav Nedev (Sofia), Tine Merz (Regensburg), Alois Achatz (Regenstauf), Kurt Sennebogen (Straubing), Ludwig Hirtreiter (Bogen), Iva Radivojevic (New York), Renato Rill (München) und Stefan Bircheneder (Vilshofen und Regensburg) zusammengefunden.

Zur Idee "Mit Holz kochen"

Renate Höning, die bereits das erste inklusive Symposium geleitet hat, liebt ungewöhnliche Mottos. "Ich wollte einen Titel, der nicht gleich alles verrät. Es muss noch eine Überraschung geben, wenn der Besucher kommt. Der Titel soll neugierig machen." "Mit Holz kochen" sei aus zwei Gedanken heraus entstanden: "Die Gruppe arbeitet jeden Tag mit Möbeln aus Holz. Außerdem kochen wir jeden Tag. Heute kümmert sich eine syrische Familie um unser Wohlergehen mit Gerichten aus ihrem Land." Das gesamte Konzept für das Symposium sei durchgehend inklusiv angelegt.

Die teilnehmenden Künstler gestalten die Möbel für das Cafe

Durch und durch gelebte Inklusion

Michael Eibl ist hoch erfreut, dass die Idee des zweiten inklusiven Kunstsymposiums so gut in der Umsetzung klappt. Man habe wirklich großartige KünstlerInnen gewinnen können und auch die drei Künstler mit einem Handicap seien dank ihrer Arbeit im Atelier KUNST inklusiv fest in der Kunstszene etabliert. "Das Schöne an solch einem Symposium ist, das alle Beteiligten gut zusammenwachsen. Auch wenn es nur zehn Tage sind, ist es doch etwas anderes, als wenn man im Atelier arbeitet."

Auf Nachfrage von Staatssekretär Bernd Sibler bestätigten ihm alle KünstlerInnen, welch große Bereicherung dieses Miteinander für sie sei. Renato Rill findet es interessant, andere Blickwinkel kennenzulernen: "Es ist hervorragend, wie gut die Zusammenarbeit klappt. Das hätte ich mir vorher so nicht vorgestellt. Jeder von uns hat eine andere Definition von Kunst, das fasziniert mich." Das Zusammenwohnen und Zusammenessen verbinde zusätzlich. Stefan Bircheneder kann das nur bestätigen: "Da kann man durchaus noch viel dazulernen – eine wirklich sehr schöne Erfahrung!". Ein dickes Lob gab er auch dem Markt Beratzhausen: "Dass uns da alle so toll unterstützen, ist großartig."

Sie unterstützen das 2. inklusive Symposium

Für dieses außergewöhnliche Kunstprojekt konnten das Bayerische Wissenschaftsministerium, der Bezirk Oberpfalz und der Landkreis Regensburg gewonnen werden. Der Marktgemeinderat Beratzhausen hat mit einstimmigem Beschluss das Symposium auf dem ehemaligen Schlossergelände und seine finanzielle Förderung genehmigt.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen

Die Ergebnisse des 2. internationalen Symposiums für KünstlerInnen mit und ohne Behinderung sind bei einer Vernissage zu sehen:

am Samstag, den 29. Juli 2017, 19 Uhr

im Zehentstadel, Paracelsusstraße 29, 93176 Beratzhausen

Noch ein Tipp…

Am Freitag, den 28. Juli, gibt es bei schönem Wetter von 14.30 Uhr bis 17.30 Uhr ein offenes Café auf dem Schlossergeländee, Schlosserweg, Beratzhausen.

Text: Isolde Hilt ; Bilder: Herbert Stolz