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Inklusion muss ein offensives Thema werden

MdB und Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages Claudia Roth zu Besuch bei der KJF.

Michael Eibl, Direktor der Katholische Jungendfürsorge der Diözese Regensburg e.V. (KJF) freute sich sehr über den Besuch und das Interesse der Politikerin an der KJF und am Büro für Leichte Sprache, das von der Aktion Mensch gefördert wird. „Teilhabeleistungen waren und sind für die KJF schon immer ein wichtiges Thema. Unter anderem im Schulwesen, im inklusiven Wohnbereich, auf dem Arbeitsmarkt und in der Kunst. Insgesamt arbeiten ca. 4000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter daran, für jeden Menschen mit Handicap die richtige Lösung zur richtigen Zeit zu finden. Darunter auch seit dem Jahr 2014 hier im Büro für Leichte Sprache." Der Leiter des Büros für Leichte Sprache ist Sebastian Müller.

von links nach rechts:
Stefan Christoph (Vorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Kreisverband Regensburg), Reporterin Lisa Krämer aus dem „sag´s einfach"-Reporterteam, Angelika Frey (Mitarbeiterin des Büros für Leichte Sprache „sag´s einfach!") KJF-Direktor Michael Eibl, MdB und Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages Claudia Roth, Jürgen Mistol (grüner Landtagsabgeordneter) und Stefan Schmid (Vorsitzender Bündnis 90/Die Grünen, Bezirksverband Oberpfalz).

Sag´s einfach!
Wie funktioniert Leichte Sprache? Welche Regeln befolgt sie und wem bringt sie was? Das waren nur einige der Fragen die Claudia Roth bei Ihrem Besuch stellte. Angelika Frey, Mitarbeiterin des Büros für Leichte Sprache, das sich in den Räumen des Kunst- und Gewerbevereins befindet, gab gerne Auskunft: „Zusammengezählt sind es rund 8 Mio. Menschen in Deutschland, für die die Leichte Sprache eine wichtige Grundlage bildet, um am gesellschaftlichen Leben selbstbestimmt teilzuhaben. Dies entspricht etwa 10 Prozent der Gesamtbevölkerung." Eine beachtliche Zahl, die sich aus Menschen mit Lernschwierigkeiten, Menschen mit funktionalem Analphabetismus, Menschen mit Migrationshintergrund und gehörlosen Menschen zusammensetzt. „Das finde ich eine tolle, wichtige Sache – das Verstehen von Texten und der Zugang zu Information ist doch ein Verfassungsauftrag", so Claudia Roth beeindruckt und ist sich sicher: „Es tut allen Menschen gut, komplizierte Dinge einfach und deutlich zu erfassen – auch viele Parteiprogramme würden von leichter Sprache profitieren." 
Das Büro für Leichte Sprache „sag's einfach" arbeitet mit zwei Prüfgruppen zusammen. Ein Test-Team ist bei den KJF Werkstätten St. Josef in Straubing angesiedelt, das andere bei der Landshuter Werkstätten GmbH Werkstatt Kelheim. Bei der Zusammenarbeit mit der Werkstatt Kelheim gibt es noch einen weiteren Kooperationspartner – die Werkstatt für Barrierefreiheit in Abensberg. Alle Prüferinnen und Prüfer haben eine eingehende Ausbildung absolviert, um alle wichtigen Kriterien beim Prüfen von Texten in Leichter Sprache erfüllen zu können.

...sondern die Rahmenbedingungen zum Menschen
Ziel der Leichten Sprache ist es, so viel Teilhabe wie möglich zu erreichen. Es sollen nicht nur wichtige Information in Leichter Sprache zur Verfügung stehen, sondern beispielsweise auch Filme und Romane. Barrierefreiheit beinhaltet nicht nur den stufenlosen Zugang zu Gebäuden, sondern auch den Zugang zu Texten und Informationen. „Ganz klar ist es Zeit, dass die Rahmenbedingungen sich an den Menschen anpassen und nicht der Mensch an einen als „normal" definierten Rahmen", so die Politikerin während der Diskussion bei ihrem Besuch. Begleitet wurde die Bundestagsvizepräsidentin von Stefan Schmidt (Vorsitzender Bündnis 90/Die Grünen, Bezirksverband Oberpfalz), Sascha Keilholz (Geschäftsführer Bündnis 90/Die Grünen, Bezirksverband Oberpfalz), Jürgen Mistol (grüner Landtagsabgeordneter) und Stefan Christoph (Vorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Kreisverband Regensburg).
Zum Schluss beantwortete Claudia Roth der Reporterin Lisa Krämer aus dem „sag´s einfach"-Reporterteam ihre Fragen. Im „sag´s einfach"-Reporterteam arbeiten Menschen mit körperlichen Einschränkungen und mit Lernbehinderungen zusammen. Sie treffen sich regelmäßig und schreiben über Themen, die Menschen mit und ohne Behinderung interessieren.

Text und Bild: Olga Baranowska