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Erfolgsmodell Offene Klasse

Jedes Kind lernt anders und doch lernen sie alle gemeinsam

In den „Offenen Klassen" des Pater-Rupert-Mayer-Zentrums am Weinweg findet inklusives Lernen statt, gemeinsames Lernen von Kindern mit und ohne Förderbedarf. Im September 2015 ging die erste Offene Klasse an den Start. Alle Kinder werden dort in allen Fächern konsequent gemeinsam unterrichtet. Die Kinder arbeiten und lernen auf unterschiedlichen Niveaus – das hat sich bewährt und fördert vor allem auch das Miteinander. Sie unterstützen sich gegenseitig und achten aufeinander. Anmeldungen für das Schuljahr 2018/2019 laufen aktuell.

Jedes Kinder lernt anders, braucht einmal mehr oder weniger Unterstützung. In der Offenen Klasse des Pater-Rupert-Mayer-Zentrums am Weinweg wird jedes Kind individuell gefördert.

Ankommen und frei entscheiden

7:30 Uhr – der Tag in der Schule beginnt und die ersten Kinder treffen ein. Eine Erzieherin begrüßt sie und noch vor Unterrichtsbeginn lesen sie im Nebenraum, arbeiten am Computer,  oder beschäftigen sich auf dem großen Teppich im Klassenzimmer. Erst mal ankommen! Diese erste Stunde am Morgen heißt: Offene Arbeitszeit oder Wochenplanarbeit. Die Kinder können frei entscheiden, welche der möglichen Arbeiten, die der Wochenplan vorsieht, für sie gerade passt. Schreiben, Lesen, Rechnen etwa oder mit dem Computer arbeiten oder auch Basteln. Ab 8:30 Uhr beginnt der Unterricht mit dem Morgenkreis.

Das eigene Tempo macht den Takt

Kerstin Lohmann, Studienrätin im Förderschuldienst, gestaltet den Unterricht offen. Je nach Leistungsstand bekommen die Kinder unterschiedliche Lernangebote. Lernen die Kinder gemeinsam, dann geschieht dies selbständig, unterstützt von einem Partner oder in einer Kleingruppe. Intensiv durchgearbeitet wird der Stoff in Deutsch und Mathe in sogenannten Differenzierungsstunden. Auch hier gilt: jedes Kind, lernt im eigenen Tempo, die Inhalte, die es verstehen und bewältigen kann. In der Gruppe, die auf Regelschulniveau arbeitet, können Kinder mit Förderbedarf mitarbeiten, wenn sie den Anforderungen gewachsen sind. Im Nebenraum erarbeiten die übrigen Schüler die Lerninhalte des Lehrplans mit der zweiten Lehrkraft langsamer und intensiver.

Mit sozialem Lernen punkten

In einer Offenen Klasse werden 15 Kinder von einer Sonderschullehrkraft nach dem LehrplanPlus für Grundschulen unterrichtet. Um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Kinder auch gerecht werden zu können, kommt eine zweite Lehrkraft in den Fächern Deutsch und Mathematik hinzu. Eine Erzieherin und eine Kinderpflegerin übernehmen, soweit erforderlich, pflegerische Aufgaben. Die Kinder sind richtig gut versorgt und betreut auch während der Hausaufgabenzeit am Nachmittag. In der Offenen Klasse geht es selbstverständlich um Leistung, wie das in der Schule so üblich ist, aber man sollte besser sagen, es geht um das Entdecken, Fördern und Weiterentwickeln der Potenziale, der Stärken der Kinder. Und es geht insbesondere darum, dass die Kinder aufeinander achten und sich helfen. Nicht jeder kann alles gleich gut oder schnell – das zu erkennen und zu respektieren, ist die Grundlage des gemeinsamen, sozialen Lernens. In Projekten wie der Oster- und Frühlingswerkstatt können sich die Kinder überdies ergänzen, anspornen und entfalten.

Spielerische Lernprozesse

Jedes Kind sollte so viel lernen und leisten, wie es ihm möglich ist – das ist eines der Hauptziele in der Offenen Klasse. Es ist also ganz normal, dass der eine ein Tafelbild abschreibt, während der andere Wortkarten auf ein Arbeitsblatt einfügt, oder dass ein Kind das andere, das „Helferkind", bei einem Gedichtvortrag unterstützt. Hausaufgaben? Ja, die gibt es natürlich auch, aber für jeden so, wie erforderlich. Mal in Druckschrift, mal in Schreibschrift – je nachdem. Die Kinder sind von Anfang an daran gewöhnt, gleichzeitig an unterschiedlichen Themen und mit unterschiedlichen Materialien zu arbeiten. Es ist nebensächlich und für Außenstehende wohl auch nicht mehr ersichtlich, ob da ein Kind mit ohne Förderbedarf lernt.

Anmeldungen von Kindern für die Offene Klasse Schuljahr 2018/2019 und weiterführende Informationen bei:

Grundschule des Pater-Rupert-Mayer-Zentrum Regensburg, Weinweg 31, 93041 Regensburg, Mail: joachim.schramm@prmz.de, Telefon: 0941-2980-123 oder  0941-4652818-0, Internet: www.prmz.de

Text und Bild: Christine Allgeyer