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Ein guter Platz für Arbeit und Bildung

Spatenstich für Erweiterungsbau der Förderstätte der KJF Werkstätten Eggenfelden

24 Menschen mit Behinderung und besonders hohem Förderbedarf werden in der ursprünglich auf 20 Plätze ausgelegte Förderstätte der KJF Werkstätten Eggenfelden aktuell begleitet. Der kontinuierlich steigende Bedarf machte eine Erweiterung dringend erforderlich. Mit dem Spatenstich geht nun das Bauprojekt an den Start. Es entstehen damit 18 weitere Plätze. Die Kosten hierfür belaufen sich auf rd. 2,12 Mio. Euro.

Bild v.li.: KJF Werkstätten gGmbH-Geschäftsführer Hans Horn, Aufsichtsratsvorsitzender Hubert Tausendpfund, Vorstandsmitglied AG Kind in Not Dr. Franz Lichtenegger, Bürgermeister Wolfgang Grubwinkler, Vorstandsvorsitzender der KJF Domkapitular Dr. Roland Batz, Vorstandsmitglied AG Kind in Not Anita Meister, KJF-Direktor Michael Eibl, Konrad Auer (seit über 40 Jahren einer der ersten Beschäftigten i.d. Werkstätte in Eggenfelden), Einrichtungsleiter Alfred Miller, Architekt Fritz Kessler.

Berufliche Bildung und Teilhabe am Arbeitsleben

„Mit der neuen Förderstätte setzen wir gemeinsam mit unseren Partner ein Zeichen, dass wir die Arbeitsplätze für Menschen mit schweren Behinderungen im Blick behalten", sagte KJF-Direktor Michael Eibl beim Spatenstich. Die KJF Werkstätten Eggenfelden bieten ein sehr breites Angebot an beruflicher Bildung und Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit Behinderung in den Produktions- und Dienstleistungsbereichen Technische Montage und Verpackung, Wäscherei, Schreinerei, Metallbearbeitung, Küche, Hauswirtschaft. Für 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Behinderung, davon 24 mit besonders hohem Unterstützungsbedarf in der Förderstätte, sind die Eggenfeldener Werkstätten wertvoller, ja unverzichtbarer Teilhabepartner in der Region. 67 Fach- und Hilfskräfte arbeiten engagiert an dem Ziel, berufliche Teilhabe für Menschen mit Behinderung individuell und passgenau zu gestalten. „Das besondere unserer Förderstätte ist die räumliche und konzeptionelle Nähe zum Arbeitsbereich der Werkstätten. Somit ist die Beteiligung am konkreten Arbeitsgeschehen auch für Menschen mit sehr hohem Hilfebedarf möglich", stellt Einrichtungsleiter Alfred Miller heraus. Denn das ist das Teilhabeziel für alle in der Werkstätte wie auch Förderstätte: fördern und begleiten, qualifizieren und beschäftigen.

„Arbeit ist ein Menschenrecht. Durch Arbeit gewinnt der Mensch Zufriedenheit, Bestätigung und Struktur", stellt der Vorsitzende der Katholischen Jugendfürsorge, Domkapitular Dr. Roland Batz, heraus. „Weil Arbeit zudem soziale Isolation vermeidet, ist es so wichtig, dass behinderte Menschen durch adäquate Bildungsmöglichkeiten und Arbeit integriert sind." Für Bürgermeister Wolfgang Grubwinkler sind die KJF Werkstätten in Eggenfelden ein Ort der gelebten Inklusion und darüber hinaus wichtiger Wirtschaftsfaktor: „es werden hier insgesamt 400 Arbeitsplätze bereitgestellt. Das ist ein Pfund für Eggenfelden", so Grubwinkler.

Dank an Fördergeber und Unterstützer

1994 wurde die erste Förderstätte mit 20 Plätzen errichtet. Mit der Erweiterung auf zukünftig 38 Plätze soll die aktuelle Überbelegung kompensiert und sollen Plätze für die Schulabgänger der nächsten Jahre geschaffen werden. Ein Anbau nördlich des Werks 2 der Werkstätte schafft auf rd. 670 qm 18 zusätzliche Plätze, die wegen Überbelegung und steigender Nachfrage dringend notwendig waren. Die Gesamtkosten mit Erwerb eines 2.681 qm großen Grundstücks belaufen sich auf rd. 2.12 Mio. Euro. Förderfähig davon sind 1.98 Mio. Euro. 60 % der förderfähigen Kosten (1.188.400 Euro) trägt das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung und 10 % (198.060 Euro) der Bezirk Niederbayern. Die Aktion Mensch fördert den Neubau mit 110.000 Euro. An Eigenmitteln werden 627.431 Euro eingebracht. Die Fertigstellung ist bereits für März 2018 geplant. Die 18 zusätzlichen Plätze werden auf zwei Gruppen verteilt. Jede Gruppe wird mit Nebenräumen, speziellen Sanitärbereichen und Therapieräumen ausgestattet. Darüber hinaus ist ein großes Foyer geplant und das Außengelände wird gestaltet. Die neue Förderstätte wird direkt an das vorhandene Werk 2 angebunden.

„Allen Fördergebern und besonders auch der Stadt Eggenfelden, heute prominent vertreten durch Herrn Bürgermeister Wolfgang Grubwinkler, gilt unser herzlicher Dank", sagte der Geschäftsführer der KJF Werkstätten, Hans Horn, beim Spatenstich. Die Stadt Eggenfelden habe die Werkstätten vor allem bei der Planung des Grundstücks bestens begleitet. Die umfangreichen Vorbereitungs- und Planungsarbeiten sind nun zu einem guten Abschluss gekommen. Alfred Miller ist besonders auch den Nachbarn, der Familie Lettl, Ingrid Höhn von der Regierung Niederbayern und Marlene Scharf vom Bezirk Niederbayern für die gute Unterstützung dankbar ebenso wie den beteiligten Behörden und Fachabteilungen der Katholischen Jugendfürsorge Regensburg, der Alleingesellschafterin der KJF Werkstätten gemeinnützige GmbH.

Zuverlässiger Arbeitgeber, qualifizierter Zulieferer

Mit ihren Produkten und Dienstleistungen sind die Eggenfeldener Werkstätten ein qualifizierter Zulieferer für Maschinenbau, Automobilindustrie, Elektrotechnik, Bauindustrie sowie für Einrichtungen des Sozial- und Gesundheitswesens. Die Ertrags- und Beschäftigungslage der Werkstätten ist entsprechend der Konjunktur gut. Das Arbeitsergebnis erlaubt einen vergleichsweise hohen Lohn der beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und zukunftsweisende Investitionen. Die aktuellen Herausforderungen für die Werkstätten liegen im Erhalt und Ausbau des differenzierten Leistungsangebotes verbunden mit der schrittweisen Modernisierung der seit über 40 Jahren bestehenden Gebäude und Arbeitsplätze.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Behinderung werden beruflich qualifiziert und beim Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt unterstützt. Auch in Zukunft hofft Einrichtungsleiter Alfred Miller, die benötigten Plätze in Werkstätte und Förderstätte bereitstellen zu können. Die Werkstätten in Eggenfelden sind eine feste Größe für die Teilhabe am Arbeitsleben in der Region. Sie sind eng vernetzt mit Betrieben in der Region sowie mit Schulen, der Agentur für Arbeit, dem Jobcenter und Wohn- und Teilhabeeinrichtungen.

Text und Bild: Christine Allgeyer