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Der Fachdienst inJOB setzt auf Vernetzung

Gemeinsam für einen inklusiven Arbeitsmarkt in der Region Straubing-Bogen:

Die KJF Werkstätten gemeinnützige GmbH haben einen Fachdienst zur betrieblichen Inklusion für die Region Straubing-Bogen eingerichtet. inJOB heißt das neue, bei den Straubinger Werkstätten St. Josef angesiedelte Angebot, das bereits vergangenes Jahr eine Pilotphase startete und nun bei einer Auftaktveranstaltung offiziell vorgestellt wurde. Prominent mit an Bord: inJOBs Schirmherren Oberbürgermeister Markus Pannermayr und Landrat Josef Laumer. inJOB greift die Forderungen der UN-Behindertenrechtskonvention auf und will noch mehr Menschen mit besonderen Vermittlungshemmnissen die Teilhabe am Arbeitsleben ermöglichen – wann immer möglich, auf dem ersten Arbeitsmarkt.

Erfahrene Profis am Werk
„Die Stadt Straubing hat gerne die Schirmherrschaft für den Fachdienst inJOB übernommen. Wir wissen das inklusive Angebot bei den Profis aus den Straubinger Werkstätten in besten Händen und unterstützen es gerne", sagt Oberbürgermeister Markus Pannermayr. „inJOB holt alle wichtigen Partner unserer Region ins Boot, damit Menschen mit Behinderung einen für sie passenden Arbeitsplatz finden", so Pannermayr weiter. Auch Landrat Josef Laumer sieht in inJOB eine Bereicherung. „Wenn es uns gelingt, mit inJOB noch mehr Unternehmer auf dem ersten Arbeitsmarkt in unserer Region zu gewinnen, die Menschen mit Behinderung beschäftigen, dann ist das ein großer Gewinn für die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen am Arbeitsleben. Bei inJOB sind Experten am Werk, um Arbeitgeber und -nehmer umfassend zu beraten und begleiten."

Zur Auftaktveranstaltung von inJOB zeigten Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich und MdB Alois Rainer mit ihrer Präsenz, wie wichtig ihnen das Thema „inklusiver Arbeitsmarkt" ist. Gemeinsam mit OB Pannermayr und Landrat Josef Laumer tauschten sie sich in einer Gesprächsrunde, moderiert vom Geschäftsführer der KJF Werkstätten gemeinnützige GmbH, aus. „Es geht darum in vielen individuellen Situationen nach Wegen zu suchen, Menschen in den ersten Arbeitsmarkt zu begleiten", erklärte Dr. Olaf Heinrich, „ es gibt da auch kein Schema F und es kann nur gelingen, wenn es eine offenen Kooperation zwischen den Trägern, der Arbeitsagentur und dem Zentrum Bayern, Familie und Soziales gibt." MdB Alois Rainer äußerte sich zu den Rahmenbedingungen auf Bundesebene, insbesondere zum neuen Bundesteilhabegesetz. „Nach langer Diskussion bin ich zufrieden", sagte er, „und jetzt muss das Gesetz ins Laufen kommen und dann wird man wie bei vielen anderen Gesetzen auch, die eine oder andere Schwäche sehen und da muss man dann nachbessern." Grundsätzlich wolle das Bundesteilhabegesetz gleiche Chancen für alle, führte Hans Horn an. Landrat Josef Laumer stellte er die Frage, wie er dies für den Landkreis Straubing-Bogen einschätze und wo es etwas Hemmnisse oder Grenzen gäbe. „In Deutschland und bei uns hier in der Region hat allgemein ein Umdenken eingesetzt. Ich glaube aber, dass wir unsere Bemühungen noch verstärken müssen und das Wunsch- und Wahlrecht der Menschen mit Behinderung stärken müssen. Deshalb ist das Projekt inJOB auch so wichtig und unterstützungswürdig, weil es von der einzelnen Person ausgeht und deren Möglichkeiten und Grenzen auslotet."

Das Ziel heißt erster Arbeitsmarkt
„inJOB" ist bei den Straubinger Werkstätten St. Josef genau richtig angesiedelt, denn die Straubinger Werkstätten sind erfahrene Partner zur Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit Behinderung. Sie sind Experten für berufliche Bildung, Förderung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderung in ihren Werkstätten und Förderstätten. „Unsere Fachkräfte arbeiten seit vielen Jahren mit großem Engagement daran, geeigneten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Werkstätte für Menschen mit Behinderung den Übergang in den ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen", stellte der Geschäftsführer der KJF Werkstätten gemeinnützige GmbH Hans Horn heraus.

Förderung durch Aktion Mensch
„Immer mehr Menschen mit Behinderung standen und stehen auf der Suche nach einem geeigneten Arbeitsplatz an unserer Tür und erfüllen aber oftmals nicht die Voraussetzungen für eine Beschäftigung in der WfbM", erklärte Hans Horn. Trotz der fachlichen Kompetenzen dürfe die WfbM in diesen Fällen nicht helfen. Und genau hier setze inJOB an. Der Fachdienst will alle Arbeitsmarktpartner in der Region Straubing-Bogen bestmöglich vernetzen, um Menschen mit Behinderung optimale Unterstützung bei der Suche nach Teilhabe am Arbeitsleben zu geben. „Ich bin sehr dankbar, dass Aktion Mensch unser Konzept aufgegriffen und durch eine Projektförderung ermöglich hat", so Hans Horn. Evi Feldmeier, Einrichtungsleiterin der Straubinger Werkstätten, Ingrid Schultes, Leiterin des Fachdienstes inJOB, und Konrad Kellner, Integrationsberater, haben inJOB konzipiert und auf den Weg gebracht.

Gemeinsam auf innovativen Wegen
Einrichtungsleiterin Evi Feldmeier sieht inJOB gut aufgestellt. „Das A und O ist Kooperation", sagte sie, „wir investieren deshalb viel in Netzwerkarbeit." Es brauche innovative Wege, um mehr Chancengleichheit herzustellen. „Mit Hilfe von Aktion Mensch können wir vielfältige Möglichkeiten zur beruflichen Teilhabe erschließen und umfassende Unterstützung leisten. Ich hoffe, viele aktive Partner machen sich künftig mit uns für die Beschäftigung von Menschen mit Beeinträchtigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt stark. Es freut mich sehr, dass wir mit unserem Oberbürgermeister Markus Pannermayr und unserem Landrat Josef Laumer als Schirmherren für unseren Fachdienst inJOB bereits zwei prominente Partner für unser Netzwerk gewinnen konnten", so Feldmeier.

Leistungen werden gut angenommen
Das berichtete Ingrid Schultes, Leiterin des Fachdienstes inJOB. „Wir haben bereits 17 Mitarbeiter aus der Werkstätte in einen Außenarbeitsplatz oder ein externes Praktika begleitet. Zwei weitere haben wir in das Projekt BÜWA vermittelt." Als besonderer Erfolg darf gewertet werden, dass bisher schon 16 externe Arbeitssuchende mit Beeinträchtigung und deren Angehörige beraten und unterstützt wurden. „Ein Klient konnte bereits in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vermittelt werden", freute sich Ingrid Schultes, „zwei Personen haben wir darin unterstützt, eine berufliche Qualifizierungsmaßnahme zu absolvieren und weitere Klienten konnten wir in Praktika vermitteln." Darüber hinaus sei es schon gelungen, erzählte Ingrid Schultes, dass Betriebe bestehende Arbeitsverhältnisse für Menschen mit Behinderungen erhalten hätten.

Mit Partnern gestartet
„Ich freue mich besonders über die durchwegs positive Reaktion von lokalen Akteuren in der Behindertenhilfe", sagte Ingrid Schultes. So sei es bereits gelungen mit Mitgliedern der Interessengemeinschaft für Menschen mit Behinderungen, der PSAG, der Beratungsstelle für Inklusion, dem IFD (Integrationsfachdienst) und den Integrationsfirmen Sigma und Dimetria die Zusammenarbeit zu vereinbaren. „Sie alle wollen einen Beitrag leisten, damit Menschen mit Behinderung optimal auf ihrem Weg in Arbeit unterstützt werden."

Die gezielte Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit, eine noch stärkere Vernetzung mit anderen Diensten, Interessensverbänden und politischen Vertretern ist notwendig, damit die sozialraumorientierte Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit Behinderung vor allem auch in ländlicher Struktur gelingen kann. Dieses ehrgeizige Ziel haben sich die Verantwortlichen von inJOB gesteckt. Denn ihrer Ansicht nach gibt es zu viele Menschen mit Behinderung, die weder Zugang zum allgemeinen Arbeitsmarkt haben, noch die Leistungen einer Werkstätte für behinderte Menschen in Anspruch nehmen können. Für diese Menschen ist der ambulante Fachdienst inJOB da, will Türöffner und verlässlicher Begleiter bei der Arbeitssuche sein.

Text und Bilder: Christine Allgeyer