Glauben leben
Wer nicht gut in diese Welt passt,
der passt auch nicht zur Gesellschaft Jesu.
Dieses mutige Wort stammt vom Begründer des Jesuitenordens, Ignatius von Loyola. Er gilt als der eigentliche Meister der geistlichen Übungen, den großen Exerzitien. Damit wollte er sagen: Nur wer die Wirklichkeiten des Lebens anschauen und darin leben kann, passt in seine Societas Jesu (SJ). Nicht Weltflucht, sondern Weltzugewandtheit empfiehlt Ignatius den Mitgliedern seines Ordens. In dieser Welt ist Gott Mensch geworden, in ihr will er auch heute noch greifbar werden und Gestalt annehmen. Diese Gedanken ziehen sich durch die ignatianischen Exerzitien wie ein roter Faden.
Wie wunderbar passen doch diese Gedanken aus dem 16. Jahrhundert auch zu unserer Arbeit in der KJF. In unserem konkreten sozialen Tun, im Planen, Wirtschaften, Organisieren, in unseren Fortbildungen will Gott erkannt werden - in einer "Mystik des Alltags". Doch ohne regelmäßiges Üben - (lat. exercere) - wird das nicht gelingen. Dieses Sich-einüben ist für jeden Christen wichtig, wenn auch in unterschiedlicher Weise. Von daher sind "Exerzitien" alles andere als ein Dankeschön für besonders Fleißige oder ein spezielles Angebot für besonders Fromme. Sie sind auch nicht von anderen Absichten bestimmt, etwa "jemanden auf die Spur bringen zu wollen". Gottes "Liebe ist umsonst", sagt Papst Benedikt in der Enzyklika Deus Caritas est. "Sie wird nicht getan, um damit andere Ziele zu erreichen." (DCE 31c).
In dieser Freiheit laden wir mit unseren Angeboten ein, den Blick auf die Welt mit geistlichen Augen zu weiten.